Deutsche Tageszeitung - Klingbeil lässt erneute Kandidatur für SPD-Spitze offen

Klingbeil lässt erneute Kandidatur für SPD-Spitze offen


Klingbeil lässt erneute Kandidatur für SPD-Spitze offen
Klingbeil lässt erneute Kandidatur für SPD-Spitze offen / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und SPD-Parteichefin lässt sich der Co-Parteivorsitzende Lars Klingbeil eine erneute Kandidatur für die Parteispitze offen. "Ich weiß doch, welche Kritik es auch gibt", sagte Klingbeil am Montag im "heute journal" im ZDF. "Da geht es nicht um mich, und es geht auch nicht darum, dass ich am Amt klebe, sondern es geht um die bestmögliche Aufstellung."

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Bas hatte am Morgen ihren Rückzug erklärt und das mit einem Trauerfall in ihrer Familie und Angriffen "aus den Reihen des Koalitionspartners" begründet. Co-Parteichef Klingbeil hatte daraufhin einen Parteitag "um den Jahreswechsel" in Aussicht gestellt, auf dem "die gesamte Führungsriege der SPD" zur Wahl stehe. An der Doppelspitze wolle er festhalten, fügte Klingbeil hinzu.

Im ARD-"Brennpunkt" sagte Klingbeil, er klebe nicht am Amt. Die Parteiführung werde gemeinsam entscheiden, wen sie für die Spitzenposten aufstelle. Auch eine Klärung programmatischer Fragen sei jetzt nötig.

Zu Bas' Vorwürfen zu angeblichen Angriffen von Unionspolitikern sagte Klingbeil im "heute journal", "gerade in diesen Zeiten, wo die wichtigen politischen Akteure wissen, da gibt es gerade einen Todesfall", sollten "politische Attacken" zurückgefahren werden. Im ARD-"Brennpunkt" sagte Klingbeil, es seien "Grenzen überschritten" worden. Bas habe zudem trotz Trauerfalls mehrere Gesetze in die "Frühkoordinierung" gegeben. Der vereinbarte Zeitplan für die Rentenreform sei eingehalten worden. Bas war von Unionspolitikern vorgeworfen worden, vereinbarte Reformen zu verschleppen.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der ebenfalls für die Parteispitze gehandelt wird, sagte am Montag bei einer Pressekonferenz, er habe erwartet, dass bei einem "so tragischen, traurigen Anlass" keine "zusätzlichen öffentlichen Attacken auf eine Ministerin" geführt würden. "Ich glaube, darüber kann es keine zwei Meinungen geben", fügte er hinzu. Eigene Ambitionen stritt Pistorius ab.

(V.Sørensen--DTZ)

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