Deutsche Tageszeitung - Wirtschaftsminister Habeck zu Gesprächen über Energieversorgung in Norwegen

Wirtschaftsminister Habeck zu Gesprächen über Energieversorgung in Norwegen


Wirtschaftsminister Habeck zu Gesprächen über Energieversorgung in Norwegen
Wirtschaftsminister Habeck zu Gesprächen über Energieversorgung in Norwegen

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) reist am Mittwoch zu Gesprächen über die Diversifizierung deutscher Energieimporte in die norwegische Hauptstadt Oslo. "Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat mehr als deutlich gemacht, dass wir von russischen Energieimporten unabhängig werden müssen", erklärte Habeck am Mittwoch. Der Besuch sei der Auftakt zu einer Reihe von Auslandsreisen mit dem Ziel, die deutsche Energieversorgung breiter aufzustellen, erklärte das Wirtschaftsministerium weiter.

Textgröße ändern:

Nötig seien dafür kurzfristig höhere Importe von verflüssigtem Erdgas (LNG) sowie eine engere Kooperation beim Ausbau von Wasserstoff- und Klimaschutztechnologien. Auch der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien und deutlich mehr Energieeffizienz seien unverzichtbar, erklärte Habeck weiter. Dies sei das "A und O für eine günstige, unabhängige und sichere Energieversorgung der Zukunft".

Am Mittwoch hatte Norwegen angekündigt, seine Gasproduktion vorerst auf dem höchstmöglichen Niveau zu belassen. Diese Maßnahmen würden zwar keine deutliche Ausweitung der norwegischen Gasexporte ermöglichen, erklärte das norwegische Energieministerium. Das derzeitige erhöhte Exportniveau könne somit aber länger gehalten werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die einzige norwegische Anlage zum Verschiffen von LNG bei einem Brand im September 2020 beschädigt wurde. Laut Angaben der Betreiberfirma Equinor soll die Anlage Mitte Mai wieder den Betrieb aufnehmen.

Norwegen ist nach Russland der zweitwichtigste Gaslieferant der EU. Zwischen 20 und 25 Prozent des Erdgases in Europa und Großbritannien stammen aus Norwegen, aus Russland kommen zwischen 45 und 50 Prozent. In Oslo trifft Habeck neben Unternehmensvertretern auch den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Store.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Merz gibt im Bundestag Regierungserklärung zum EU-Gipfel ab

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt am Mittwochnachmittag eine Regierungserklärung zum bevorstehenden EU-Gipfel ab (14.05 Uhr). Themen des Treffens ab Donnerstag in Brüssel sind unter anderem die Lage im Nahen Osten, die großen Exportüberschüsse Chinas, die hohen Energiepreise sowie die weitere Unterstützung der Ukraine. Merz dürfte hier auch vor dem Hintergrund der jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump sein Bekenntnis zu weiterer Hilfe für die Ukraine bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg bekräftigen.

Kabinett befasst sich mit Stärkung von Kinderschutz im Netz

Das Bundeskabinett befasst sich in seiner Sitzung am Mittwoch (10.00 Uhr) mit einer Stärkung des Kinder- und Jugendschutzes im Netz. Auf der Tagesordnung steht ein entsprechendes Eckpunktepapier des Bundesfamilienministeriums, das erste Maßnahmen aufzeigen soll.

Welthungerhilfe: Weltweite Krisen treiben den Hunger weltweit an

Kriege und bewaffnete Konflikte treiben den weltweiten Hunger massiv an und bedrohen jahrzehntelange Fortschritte. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Welthunger-Index (WHI) der Deutschen Welthungerhilfe hervorgeht, hat sich die globale Ernährungslage seit 2018 deutlich verschlechtert: Aktuell sind rund 645 Millionen Menschen von Unterernährung betroffen. Die Organisation fordert deshalb, die Ernährungssicherheit künftig enger mit der internationalen Sicherheitspolitik zu verbinden.

Ukrainischer Präsident Selenskyj zu Besuch bei Burnham in London erwartet

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird an diesem Mittwoch zu einem Besuch in Großbritannien erwartet. Premierminister Andy Burnham werde Selenskyj am Regierungssitz in der Londoner Downing Street empfangen, um die "felsenfeste Unterstützung" Großbritanniens für die Ukraine zu bekräftigen, teilte die britische Regierung in der Nacht mit. Konkret soll es unter anderem um die beschleunigte Lieferung wichtiger Luftabwehrraketen gehen. Dies sei Teil "dringender Unterstützung in den kommenden Wochen", erklärte Burnhams Regierung.

Textgröße ändern: