Deutsche Tageszeitung - In Europäischer Union lebende Briten dürfen nicht bei Kommunalwahl wählen

In Europäischer Union lebende Briten dürfen nicht bei Kommunalwahl wählen


In Europäischer Union lebende Briten dürfen nicht bei Kommunalwahl wählen
In Europäischer Union lebende Briten dürfen nicht bei Kommunalwahl wählen / Foto: © AFP/Archiv

In der Europäischen Union lebende Briten haben mit dem Brexit das Recht verloren, bei Kommunalwahlen an ihrem Wohnort zu wählen. Seit Februar 2020 seien sie Bürger eines Drittstaats und keine Unionsbürger mehr, erklärte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag. Das sei eine automatische Folge der souveränen Entscheidung des Vereinigten Königreichs, aus der EU auszutreten. (Az. C-673/20)

Textgröße ändern:

Es ging um eine Britin, die seit fast 40 Jahren in Frankreich lebt, aber nur die britische Staatsbürgerschaft hat. In der Brexit-Übergangsphase wurde sie aus dem Wählerverzeichnis ihres Wohnorts gestrichen. Vorher hatte sie dort an Kommunalwahlen teilnehmen dürfen, denn EU-Bürger haben dieses Recht, wenn sie in einem anderen Mitgliedsstaat ihren Hauptwohnsitz haben.

Die Britin zog in Frankreich vor Gericht. Sie argumentierte damit, dass sie nun nirgendwo mehr ein Wahlrecht habe: Nach britischem Recht darf sie in Großbritannien auch nicht mehr wählen, weil sie vor mehr als 15 Jahren wegzog. Das französische Gericht bat den EuGH, die Frage zu klären.

Dieser antwortete nun, dass Briten in der EU das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunalwahlen mit dem Austritt Großbritanniens verloren hätten. Das gelte auch dann, wenn sie schon vor dem Brexit in die EU gezogen seien und wenn sie in ihrer Heimat nicht mehr wählen dürften.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

CSU-Chef Söder lehnt AfD-Verbotsverfahren ab: "Müssen uns demokratisch wehren"

CSU-Chef Markus Söder hat ein immer wieder in der Diskussion stehendes AfD-Verbotsverfahren abgelehnt. "Eine Verbotsdiskussion löst das Problem nicht, es verstärkt es sogar noch", sagte Söder am Freitag auf dem Parteitag der Christsozialen in München.

Sechs Menschen bei Angriff auf Kirche in Jordanien getötet

Bewaffnete Männer haben bei einem Angriff auf eine Kirche im Süden Jordaniens mindestens sechs Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Die Angreifer eröffneten am Freitag während eines Trauerzugs an der griechisch-orthodoxen Kirche in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer, wie die jordanische Sicherheitsdirektion mitteilte. Zunächst hatten die Behörden von sieben Toten gesprochen, korrigierten die Zahl aber später nach unten.

Medien: CDU wehrt sich gegen Festlegung auf Aigner als Bundespräsidentin

Die CDU will sich nach Medienberichten nicht auf die CSU-Politikerin Ilse Aigner als Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier festlegen. "Die CDU erhebt durchaus den Anspruch, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten zu benennen", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Freitag aus CDU-Kreisen. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete, es gebe in der CDU-Führung den Anspruch, dass die Kanzler-Partei selbst das Staatsoberhaupt stellt.

Söder auf CSU-Parteitag: "Es geht jetzt um die Existenz der Volksparteien"

CSU-Chef Markus Söder hat harte politische Auseinandersetzungen mit AfD und Linkspartei angekündigt. "Es geht jetzt um die Existenz der Volksparteien", sagte Söder am Freitag zum Auftakt des CSU-Parteitags in München. Seine Partei werde dem Erstarken der Radikalen nicht tatenlos zusehen, es gebe "kein Wachkoma". "Wir sind nicht bereit, Deutschland und Bayern den Radikalen zu überlassen."

Textgröße ändern: