Deutsche Tageszeitung - Nouripour fordert Wahlrechtsreform und verweist auf Ergebnis in Heimat Frankfurt

Nouripour fordert Wahlrechtsreform und verweist auf Ergebnis in Heimat Frankfurt


Nouripour fordert Wahlrechtsreform und verweist auf Ergebnis in Heimat Frankfurt
Nouripour fordert Wahlrechtsreform und verweist auf Ergebnis in Heimat Frankfurt / Foto: © AFP

Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) unterstützt die Kritik der Union am neuen Wahlrecht und hat den Bundestag zu einer Reform aufgerufen. "Man kann sicher über den Zeitpunkt streiten, aber im Kern habe ich dafür Verständnis", sagte er dem "Tagesspiegel" vom Freitag. Er bezog sich auf Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), die gleich in ihrer Antrittsrede eine Korrektur des neuen Wahlrechts gefordert hatte.

Textgröße ändern:

Klöckner hatte das Parlament dazu aufgerufen, noch einmal "gründlich" über die Wahlreform zur Verkleinerung des Bundestags nachzudenken. Die Änderungen hatten dazu geführt, dass einige Kandidaten, die ein Direktmandat erzielt hatten, dieses nicht antreten konnten, weil es die Anzahl der Zweitstimmen nicht zuließ. Sie habe ihre "Zweifel", ob das den Wählerinnen und Wählern überzeugend erklärt werden könne, hatte Klöckner dazu gesagt.

Nouripour argumentierte im "Tagesspiegel" ähnlich und verwies auf die Ergebnisse seiner Heimatstadt Frankfurt am Main, wo in beiden Wahlkreisen die CDU-Kandidaten knapp gewonnen hatten. "Mit dem neuen Wahlrecht sind sie aber beide nicht im Bundestag", sagte der Grünen-Politiker. "Keine einzige Erststimme aus meiner Stadt hat gewirkt. Damit kann ich nicht werben."

Ziel des neuen Wahlrechts sei ein kleinerer Bundestag gewesen und das sei passiert. "Dennoch kann ich an dieser Stelle die Kritik nachvollziehen. Es wäre gut, wenn der Bundestag diese Regel korrigiert." Nouripour forderte die Fraktionen der demokratischen Parteien daher dazu auf, über das Wahlrecht noch einmal ins Gespräch zu kommen.

Eine erneute Korrektur der Wahlrechtsreform war in den Koalitionsverhandlungen eine Forderung der Union, die besonders von den damit verbundenen Nachteilen betroffen ist. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist nun das Ziel vereinbart, das bestehende Bundestagswahlrecht zu ändern.

"Wir wollen eine Wahlrechtskommission einsetzen, die die Wahlrechtsreform 2023 evaluieren und im Jahr 2025 Vorschläge unterbreiten soll, wie jeder Bewerber mit Erststimmenmehrheit in den Bundestag einziehen kann und der Bundestag unter Beachtung des Zweitstimmenergebnisses grundsätzlich bei der aktuellen Größe verbleiben kann", heißt es in dem Text. Danach solle "unverzüglich" ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren eingeleitet werden.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Nahost-Konflikt: EU bekräftigt ihre Unterstützung für die Zweistaatenlösung

Die EU hat ihre Unterstützung für eine Zweistaatenlösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern bekräftigt. Dies sei die einzige "Möglichkeit für Palästinenser wie für Israelis, in Sicherheit, Würde und Frieden zu leben", sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zu Beginn eines Treffens der Globalen Allianz für die Umsetzung der Zweistaatenlösung in Brüssel am Montag.

Zahl polizeilich erfasster Straftaten 2025 zurückgegangen

Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten ist im vergangenen Jahr spürbar gesunken. Laut der am Montag in Berlin veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2025 bundesweit 5.508.559 Straftaten registriert, 5,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch bei der Gewaltkriminalität gab es insgesamt einen Rückgang um 2,3 Prozent, bei einigen schweren Straftaten wurden jedoch teils deutliche Anstiege registriert.

Philippinen und USA beginnen "größte" gemeinsame Militärübung - China: "Spiel mit dem Feuer"

Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges haben die Philippinen eine umfangreiche gemeinsame Militärübung mit den USA begonnen. An den jährlichen Manövern nehmen diesmal etwa 10.000 US-Soldaten teil, wie der US-Generalleutnant Christian Wortman am Montag Journalisten sagte. Der philippinische Generalstabschef Romeo Brawner zitierte den Chef des US-Indopazifik-Kommandos, Samuel Paparo, mit den Worten, die diesjährige Übung Balikatan (Schulter an Schulter) werde "die größte aller Zeiten" sein. China warf Washington und Manila ein "Spiel mit dem Feuer" vor.

Islamistisch motivierte Messerattacken in Essen: Anklage wegen Mordversuchen

Sieben Monate nach den Messerattacken von Essen hat die Bundesanwaltschaft den Tatverdächtigen wegen dreier Mordversuche angeklagt. Der damals 17 Jahre alte Kosovare Erjon S. soll einen islamistischen Dschihad gegen "Ungläubige" geplant haben, wie die Karlsruher Behörde am Montag mitteilte. Anfang September habe er auf seine Lehrerin und einen ihm fremden Mann eingestochen und außerdem den Hausmeister einer Schule angegriffen.

Textgröße ändern: