Deutsche Tageszeitung - Außenminister Wadephul: Strafzölle sind ein "Lose-Lose-Game"

Außenminister Wadephul: Strafzölle sind ein "Lose-Lose-Game"


Außenminister Wadephul: Strafzölle sind ein "Lose-Lose-Game"
Außenminister Wadephul: Strafzölle sind ein "Lose-Lose-Game" / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Hintergrund der Strafzollpolitik der US-Regierung hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) vor neuen Handelsbeschränkungen gewarnt. "Eine starke und erfolgreiche transatlantische Partnerschaft braucht auch in Zukunft starke Wirtschaftsbeziehungen", sagte Wadephul der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). "Neue Zoll-Schranken schaden dabei allen – Amerikanern und Europäern", fügte er hinzu. Auf die Frage, ob Strafzölle Europa oder die USA härter treffen würden, antwortete Wadephul: "Ich glaube, beide gleich stark. (…) Es ist ein Lose-Lose-Game. Beide Seiten würden verlieren."

Textgröße ändern:

Die jüngsten Gerichtsurteile in den USA wollte der Außenminister laut "Bild" nicht kommentieren. "Die USA sind ein Rechtsstaat", sagte er demnach. "Die amerikanische Justiz arbeitet unabhängig."

Ein US-Handelsgericht hatte am Mittwoch die von US-Präsident Donald Trump eingesetzten Zollaufschläge aufgehoben. Trump habe mit der Berufung auf ein Notstandsgesetz von 1977 seine Befugnisse überschritten, hieß es in dem Urteil. Die US-Regierung legte Einspruch ein. Am Donnerstag entschied ein Berufungsgericht, dass die Zölle für die Zeit des Berufungsverfahrens zunächst in Kraft bleiben können.

Der EU hatte Trump zuletzt auch mit Zöllen von 50 Prozent ab dem 9. Juli gedroht, sie sind aber noch nicht in Kraft, die Verhandlungen mit der EU dazu laufen.

Wadephul kam gegenüber der "Bild" auch auf die jüngsten US-Vorwürfe zu sprechen, wonach in Deutschland die Meinungsfreiheit eingeschränkt sei. "Das entspricht natürlich bei Weitem nicht der Realität in Deutschland, sondern wir sind eine ganz freiheitliche, offene Gesellschaft, in der alles gesagt werden kann", sagte der Außenminister.

Auf die Frage, ob Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Vorwürfe bei seinem anstehenden Besuch in den USA ansprechen sollte, sagte Wadephul. "Ach, aus meiner Sicht muss man das nicht überschätzen. (…) Wir müssen auch nicht auf alles anspringen. Ich denke, wir haben genug eigene Probleme, wir haben auch genug Mechanismen, wie man so etwas regelt (…). Deswegen, cool bleiben. Lasst uns einfach unser eigenes Ding machen."

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Ukraine: Drei Tote und 17 Verletzte bei russischen Angriffen vor Oster-Feuerpause

Vor einer geplanten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest sind bei russischen Angriffen auf die Ukraine örtlichen Behörden zufolge drei Menschen getötet worden. 17 weitere Menschen seien bei den Attacken auf die südukrainische Stadt Odessa, die zentralukrainische Stadt Poltawa und die nordöstliche Region Sumy verletzt worden, erklärten die ukrainischen Behörden in der Nacht auf Samstag.

Ukraine: Ein Toter und 15 Verletzte bei russischen Angriffen vor Oster-Feuerpause

Vor einer geplanten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest sind bei russischen Angriffen auf die Ukraine örtlichen Behörden zufolge drei Menschen getötet worden. 17 weitere Menschen seien bei den Attacken auf die südukrainische Stadt Odessa, die zentralukrainische Stadt Poltawa und die nordöstliche Region Sumy verletzt worden, erklärten die ukrainischen Behörden in der Nacht auf Samstag.

Innenministerium: Dschibutis Präsident Guelleh mit fast 98 Prozent wiedergewählt

Bei der Präsidentschaftswahl in Dschibuti ist der langjährige Amtsinhaber Ismael Omar Guelleh nach offiziellen Angaben mit fast 98 Prozent wiedergewählt worden. Das Innenministerium des Landes am Horn von Afrika erklärte am Samstag, der seit 27 Jahren herrschende Präsident habe 97,81 Prozent der Stimmen erhalten. Der 78-Jährige hatte nur einen Herausforderer, den in der Öffentlichkeit wenig bekannten Mohammed Farah Samatar, der auf 2,19 Prozent kam.

Haßelmann hofft auf Regierungswechsel in Ungarn - und Neubeginn

Vor der Parlamentswahl in Ungarn hat Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann die Hoffnung auf einen Regierungswechsel und eine Abkehr vom autoritären Kurs der Regierung von Viktor Orban geäußert. "Die anstehende Wahl bietet die reale Chance auf einen demokratischen Neuanfang", sagte Haßelmann am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Ungarinnen und Ungarn entscheiden darüber, ob ihr Land den Weg zurück zu Rechtsstaatlichkeit und europäischer Zusammenarbeit einschlägt."

Textgröße ändern: