Deutsche Tageszeitung - Krankenhaus: Zwei Tote bei Protesten gegen Regierung in Kenia

Krankenhaus: Zwei Tote bei Protesten gegen Regierung in Kenia


Krankenhaus: Zwei Tote bei Protesten gegen Regierung in Kenia
Krankenhaus: Zwei Tote bei Protesten gegen Regierung in Kenia / Foto: © AFP

Bei Protesten gegen die Regierung in Kenia sind nach Krankenhaus-Angaben zwei Demonstranten durch Schüsse getötet worden. "Einer hatte Schusswunden im Bauchbereich und starb an den starken Blutungen", sagte am Mittwoch ein Verantwortlicher eines Krankenhauses in Matuu, etwa hundert Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt. Ein weiteres Opfer sei in einem anderen Krankenhaus an seinen Schussverletzungen gestorben. Kenianische Medien berichteten, die Polizei habe auf Demonstranten geschossen.

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Anfangs friedliche Gedenkmärsche zur Erinnerung an die Proteste vor einem Jahr, bei denen mindestens 60 Menschen getötet worden waren, waren am Mittwoch in Gewalt umgeschlagen. Tausende Menschen hatten sich im Zentrum der Hauptstadt Nairobi versammelt, darunter auch Angehörige der Getöteten. Sie forderten den Rücktritt von Präsident William Ruto.

Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, gab es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Demonstranten warfen mit Steinen auf Polizeibeamte. Die Polizei setzte vor allem Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Menschenmenge unter Kontrolle zu bringen. Mindestens ein Polizeibeamter und mehrere Demonstranten wurden verletzt.

Die Polizei blockierte die Straßen in Richtung der Innenstadt von Nairobi und riegelte Regierungsgebäude mit Stacheldraht ab. Auch in anderen Städten des Landes gab es Berichte über Proteste.

Die kenianische Regierung wies Radio- und Fernsehsender an, die Live-Berichterstattung über die Proteste einzustellen. Die kenianische Kommunikationsbehörde erklärte, die Live-Berichterstattung über die Proteste verstoße gegen die Verfassung.

Die meisten kenianischen Medien schienen trotz des Verbots weiter live von vor Ort zu berichten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilte das Verbot und betonte: "Die Presse zum Schweigen zu bringen, ist nicht die Lösung".

Unter anderem die schlechte wirtschaftliche Situation des ostafrikanischen Landes und geplante Steuererhöhungen hatten in Kenia vor einem Jahr Proteste ausgelöst, bei denen dutzende Menschen getötet und weitere Menschen festgenommen wurden. In Kenia gibt es großen Unmut gegen den seit 2022 amtierenden Präsidenten Ruto, der schnellen wirtschaftlichen Fortschritt angekündigt hatte.

(P.Hansen--DTZ)

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