Deutsche Tageszeitung - Von Trump entsandte Nationalgardisten in Washington sind nun bewaffnet

Von Trump entsandte Nationalgardisten in Washington sind nun bewaffnet


Von Trump entsandte Nationalgardisten in Washington sind nun bewaffnet
Von Trump entsandte Nationalgardisten in Washington sind nun bewaffnet / Foto: © AFP/Archiv

Die von US-Präsident Donald Trump in die Hauptstadt Washington entsandten Nationalgardisten sind nun bewaffnet. Seit dem späten Sonntagabend (Ortszeit) hätten die Nationalgardisten ihre Dienstwaffen bei sich, teilte die Joint Task Force DC mit, der die Nationalgardisten unterstellt sind. US-Medien berichteten, die Nationalgardisten trügen Pistolen und auch Langwaffen. Trump drohte unterdessen weiteren von den Demokraten regierten Städten mit der Entsendung der Einheit.

Textgröße ändern:

Die Nationalgardisten dürften Gewalt nur "als letztes Mittel und ausschließlich als Reaktion auf eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben" anwenden, hieß es in der Mitteilung der Joint Task Force DC. Zu Beginn ihres Einsatzes in Washington hatte es geheißen, dass "Waffen bei Bedarf verfügbar sind", jedoch in den Waffenkammern bleiben sollten.

Ein Reporter des Senders CNN beobachtete zwei mit Langwaffen ausgerüstete Nationalgardisten im Washingtoner Hafenviertel The Wharf. Die "New York Times" berichtete, mehrere Nationalgardisten aus South Carolina hätten sich am späten Sonntagabend mit Schusswaffen im Halfter vor dem Bahnhof Union Station postiert.

Washington ist eine Hochburg der Demokratischen Partei und hat als "District of Columbia" (DC) einen Sonderstatus. Trump hatte die Nationalgardisten am 11. August in die Hauptstadt beordert, derzeit sind dort mehr als 1900 von ihnen stationiert - aus Washington sowie aus den Bundesstaaten Ohio, Louisiana, Mississippi, South Carolina, Tennessee und West Virginia.

Die Nationalgardisten patrouillieren unter anderem um das Weiße Haus herum und auf der von Touristen bevölkerten Mall zwischen Kongress und Lincoln-Denkmal sowie in Bahnhöfen und Metro-Stationen. Trump hatte deren Einsatz mit einem angeblichen Sicherheits-"Notstand" in Washington begründet. Er unterstellte die örtliche Polizei ebenfalls der Kontrolle durch seine Regierung.

Der US-Präsident hatte zudem erklärt, Sicherheitskräfte des Bundes auch in die von Demokraten regierten Millionenmetropolen Chicago und New York zu entsenden. Am Sonntag schrieb Trump, dies könne auch für Baltimore gelten - eine weitere Hochburg der Demokraten im US-Bundesstaat Maryland. Im Juni hatte Trump bereits in Los Angeles die Nationalgarde und Marineinfanteristen mobilisiert, um Proteste gegen seine Einwanderungspolitik zu beenden.

Kritiker werfen Trump rechtspopulistische Scharfmacherei vor - und einen Versuch, durch die Stiftung von Chaos seine Macht auszuweiten und von Demokraten regierte Städte zu kontrollieren. Der Minderheitsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, sagte dem Sender CNN, der Einsatz der Nationalgarde in Chicago entbehre "jeglicher rechtlicher Grundlage und Befugnis".

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

CSU vertagt Personalfrage für das Bundespräsidentenamt

Beim CSU-Parteitag erhielt Ilse Aigner viel Anerkennung, doch Parteichef Markus Söder vermied eine Festlegung zur Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin.

Vor Israel-Wahl: Oppositionspolitiker Eisenkot will "alle Israelis wieder zusammenbringen"

Zwei Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat der führende Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot bei seiner Abschlusskundgebung versprochen, die Spaltung des Landes zu überwinden. "Unser Ziel ist nicht, dass eine Seite die andere besiegt", sagte der frühere Generalstabschef am Sonntag vor hunderten Anhängern in Tel Aviv. Er wolle "alle Israelis wieder zusammenbringen – diejenigen, die uns gewählt haben, und diejenigen, die es nicht getan haben".

Innenminister Hagel kündigt konsequentes Vorgehen an Halloween an

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl und sein designierter Nachfolger Manuel Hagel wollen an Halloween frühzeitig gegen Gewalt, Sachbeschädigung und Angriffe auf Einsatzkräfte vorgehen.

Serbien vor Machtwechsel: Langjähriger Staatschef Vucic gesteht Niederlage ein

Nach der langen Regierungszeit von Aleksandar Vucic steht Serbien vor einem Machtwechsel: Nach der vorgezogenen Parlamentswahl räumte der langjährige Präsident die Niederlage seiner Fortschrittspartei ein. Anhand erster Ergebnisse sei "klar, dass wir diese Wahlen verloren haben", sagte der umstrittene Politiker am Sonntagabend vor seinen Anhängern in der Parteizentrale in Belgrad. Bei dem Urnengang hatte die aus einer studentischen Protestbewegung hervorgegangene Studentska Lista seine Serbische Fortschrittspartei (SNS) herausgefordert.

Textgröße ändern: