Deutsche Tageszeitung - Mindestens 21 Tote bei russischem Angriff auf Dorf in Ost-Ukraine

Mindestens 21 Tote bei russischem Angriff auf Dorf in Ost-Ukraine


Mindestens 21 Tote bei russischem Angriff auf Dorf in Ost-Ukraine
Mindestens 21 Tote bei russischem Angriff auf Dorf in Ost-Ukraine / Foto: © 65th Mechanized Brigade of Ukrainian Armed Forces/AFP

Bei einem russischen Angriff auf ein Dorf in der ostukrainischen Region Donezk sind am Dienstag laut den ukrainischen Behörden mindestens 21 Menschen getötet worden. Der Angriff sei in dem Moment erfolgt, als die Menschen ihre Rente ausgehändigt bekamen, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Online-Netzwerken. "Brutaler russischer Luftangriff auf die ländliche Siedlung Jarowa in der Region Donezk. Direkt auf die Menschen. Einfache Zivilisten", erklärte Selenskyj.

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Nach Angaben des Gouverneurs der Region, Wadym Filaschkin, wurden 21 Menschen bei den Angriffen getötet und weitere 21 verletzt. "Das ist kein militärisches Vorgehen, sondern reiner Terrorismus", kritisierte Filaschkin. Rettungskräfte, Ärzte, die Polizei und lokale Behörden seien vor Ort. Der Gouverneur bestätigte, dass der Angriff erfolgt sei, während in dem Ort die Rente ausgehändigt worden sei.

Ein Sprecher der ukrainischen Post Ukrposchta teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass eine Mitarbeiterin bei dem Angriff verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden sei. Ein Postfahrzeug wurde laut dem Sprecher beschädigt.

Präsident Selenskyj veröffentlichte ein Video, das auf dem Boden liegende Leichen zeigt, die neben einem stark beschädigten Lieferwagen der ukrainischen Post liegen. Die Post nutzt solche Fahrzeuge insbesondere für die Auszahlung von Renten in ländlichen Gebieten. Das Video konnte von AFP zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

In der Ukraine händigt die Post die Renten von mehr als zwei Millionen Menschen aus. Die Post kann mit der Auszahlung der Renten auf dem Land beauftragt werden, auch in Gebieten nahe der Front, wo öffentliche Einrichtungen und Banken aufgrund der Gefahr geschlossen werden mussten. Damit die Mitarbeiter der Post nicht von Haus zu Haus gehen müssen, fand die Auszahlung bislang häufig in Gruppen auf der Straße statt. Die Post kündigte nun an, das Vorgehen bei der Auszahlung anzupassen.

Selenskyj forderte zudem eine Reaktion der ukrainischen Verbündeten auf den Angriff. "Solche russischen Angriffe dürfen nicht ohne eine angemessene Reaktion der Weltgemeinschaft bleiben", erklärte der ukrainische Präsident. Die russischen Streitkräfte "zerstören weiterhin Leben und entgehen gleichzeitig neuen strengen Sanktionen", erklärte Selenskyj.

Moskau beansprucht die ostukrainische Industrieregion Donezk für sich, obwohl es die Region nicht vollständig kontrolliert. Nach ukrainischen Angaben haben die russischen Streitkräfte zuletzt 100.000 Soldaten an einem wichtigen Abschnitt der Frontlinie zusammengezogen. Die Ortschaft Jarowa liegt weniger als zehn Kilometer von der Frontlinie entfernt. Vor dem russischen Einmarsch in der Ukraine im Februar 2022 lebten dort rund 1800 Menschen.

(V.Korablyov--DTZ)

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