Deutsche Tageszeitung - "Stadtbild": SPD-Fraktionschef will sachliche Debatte - Gespräche mit Union

"Stadtbild": SPD-Fraktionschef will sachliche Debatte - Gespräche mit Union


"Stadtbild": SPD-Fraktionschef will sachliche Debatte - Gespräche mit Union
"Stadtbild": SPD-Fraktionschef will sachliche Debatte - Gespräche mit Union / Foto: © AFP

Nach den umstrittenen Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) über migrationsbedingte Probleme im "Stadtbild" hat SPD-Fraktionschef Matthias Miersch für eine Versachlichung der Diskussion geworben. "Die aktuelle Debatte über das Stadtbild polarisiert", schrieb Miersch nach AFP-Informationen vom Dienstag in einem Brief an seine Fraktion. "Wir dürfen Menschen nicht gegeneinander ausspielen. Gleichzeitig müssen Probleme benannt werden." Miersch zufolge soll es dazu nun Gespräche mit der Unionsfraktion auf Fachpolitiker-Ebene geben.

Textgröße ändern:

"Alle kennen Orte, die sich verändert haben, an denen sich Konflikte oder Unsicherheiten verdichten", schrieb Miersch. "Diese Sorgen sind real, und sie verdienen ernsthafte, differenzierte Lösungen statt einfacher Schuldzuweisungen oder Pauschalisierungen." Er wolle "Innenstädte, in denen man sich sicher und willkommen fühlt, unabhängig von Herkunft oder Einkommen." Dafür müsste investiert werden "in Prävention, soziale Angebote, bezahlbares Wohnen und lebendige öffentliche Räume."

Die Kommunen seien in dieser Frage zentral, sie seien "das Herz unserer Gesellschaft", betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende. "Hier entscheidet sich, ob Menschen sich sicher fühlen, ob Begegnung gelingt und ob Zusammenhalt wächst." Die Städte und Gemeinden wüssten "am besten, was gebraucht wird - sei es mehr Sozialarbeit, mehr Wohnraum, eine bessere öffentliche Infrastruktur und auch mehr Polizei."

Miersch verwies auf den im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarten "Zukunftspakt" für die Kommunen. "Wir brauchen jetzt den Zukunftspakt, der Bund, Länder und Städte auf Augenhöhe bringt."

Der SPD-Fraktionschef betonte gleichzeitig, Deutschland sei ein Einwanderungsland. "Migration ist mehr als Zuwanderung von Arbeitskräften: sie bereichert unser Land in Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft." Integration brauche aber "Zeit, Raum und Unterstützung".

Mit der Union, Ländern und Kommunen müsse nun "an konkreten Lösungen" gearbeitet werden, forderte Miersch. Im Bundestag habe er mit Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) vereinbart, dass sich die zuständigen Fachpolitikerinnen und -politiker dazu austauschen. "Ich wünsche mir, dass wir diese Debatte mit Respekt und Augenmaß führen", betonte der SPD-Fraktionschef.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Trump: Iran wird bei Mordanschlag auf mich "vollständig vernichtet"

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran im Falle eines Mordanschlags auf ihn mit "vollständiger" Vernichtung gedroht. "1000 Raketen sind scharf gemacht und auf die Islamische Republik Iran gerichtet", erklärte Trump am Freitag. "Und Tausende weitere würden unmittelbar folgen, sollte die iranische Regierung ihre weltweit geäußerte Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika - in diesem Fall mich! - zu ermorden oder einen entsprechenden Versuch zu unternehmen."

Wadephul kündigt gemeinsame Libanon-Initiative mit Frankreich an

Vor dem deutsch-französischen Ministerrat in der kommenden Woche hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) eine gemeinsame Libanon-Initiative angekündigt. "Wir wollen mit Frankreich eine gemeinsame Politik für den Libanon formulieren, um die Chance auf einen Frieden im Nahen und Mittleren Osten zu erhöhen", sagte Wadephul dem "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass sowohl im Iran- als auch im Ukraine-Krieg jetzt ein guter Zeitpunkt für Verhandlungen sei.

Havanna-Syndrom: US-Regierung zahlt Betroffenen erste Entschädigungen

Als Havanna-Syndrom werden erstmals in Kuba aufgetretene mysteriöse Gesundheitsprobleme von US-Botschaftsmitarbeitern bezeichnet - nun hat die Regierung in Washington den ersten Betroffenen Entschädigungen gezahlt. Das Verteidigungsministerium teilte am Freitag mit, es habe Zahlungen in Höhe von fast drei Millionen Dollar (gut 2,6 Millionen Euro) geleistet. Dies seien "die ersten Zahlungen, welche die Regierung im Rahmen des Havanna-Gesetzes vorgenommen hat".

Nach Trump-Drohung verschobene Brücken-Öffnung nach Kanada soll nun stattfinden

Die nach einer Drohung von US-Präsident Donald Trump verschobene Eröffnung einer Brücke nach Kanada soll nun noch in diesem Monat stattfinden. Als neuer Termin für die Inbetriebnahme des milliardenteuren Bauwerks sei der 27. Juli festgelegt worden, teilte am Freitag das kanadische Infrastrukturministerium mit. Ursprünglich hätte die Brücke bereits vor einem Monat eröffnet werden sollen.

Textgröße ändern: