Deutsche Tageszeitung - Rom hält trotz Kritik des Rechnungshofs an Bau von Sizilien-Brücke fest

Rom hält trotz Kritik des Rechnungshofs an Bau von Sizilien-Brücke fest


Rom hält trotz Kritik des Rechnungshofs an Bau von Sizilien-Brücke fest
Rom hält trotz Kritik des Rechnungshofs an Bau von Sizilien-Brücke fest / Foto: © Webuild Multimedia Library/AFP/Archiv

Nach der Entscheidung des Rechnungshofs in Italien zum Stopp einer geplanten Brücke zwischen Sizilien und dem Festland setzt die Regierung in Rom dennoch weiter auf das Projekt. Vize-Regierungschef Matteo Salvini sagte am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts, die Regierung sei überzeugt, dass sie die Argumente habe, um alle Zweifel an dem Projekt auszuräumen. Der für November geplante Baubeginn werde auf Februar verschoben.

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Der Rechnungshof hatte am Mittwochabend seine Genehmigung für den Bau der Brücke verweigert. Sie soll laut Regierung die längste Hängebrücke der Welt werden und 13,5 Milliarden Euro kosten. Regierungschefin Giorgia Meloni hatte die Entscheidung des Rechnungshofes als "inakzeptable Einmischung" bezeichnet. Salvini warf der Behörde vor, sie richte "schweren Schaden für das Land" an.

Der Rechnungshof erklärte, er wache über die Ordnungsmäßigkeit der öffentlichen Ausgaben, das sei seine Aufgabe. Die Kritik richte sich gegen den Wirtschafts- und Finanzplan für den Bau der Brücke - "ohne jegliche Bewertung der Zweckmäßigkeit oder der Begründetheit des Bauwerks".

Geplant ist die Brücke für den Eisenbahn- und den Autoverkehr. In der Mitte soll es zwei Gleise geben, auf jeder Seite drei Fahrspuren. Die Brücke soll zwischen zwei 400 Meter hohen Türmen gespannt und 3300 Meter lang sein. Die Regierung argumentiert, die Brücke werde Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze nach Sizilien und Kalabrien bringen, zwei der ärmsten Regionen des Landes.

Vor Ort gibt es auch Proteste gegen den Bau, unter anderem aus Umweltschutzgründen. Kritiker argumentieren zudem, das Geld könne besser für andere Zwecke ausgegeben werden.

Die Idee einer Brücke über die Meerenge von Messina reicht in die Zeit des Römischen Reiches zurück. Konkrete Pläne gibt es seit 50 Jahren, sie wurden allesamt nicht realisiert. 2006 hatte ein Konsortium sogar schon eine Ausschreibung gewonnen - diese wurde aber wegen der Eurofinanzkrise annulliert.

(L.Møller--DTZ)

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