Deutsche Tageszeitung - Nordkoreas Machthaber Kim begründet jüngste Raketentests mit "geopolitischer Krise"

Nordkoreas Machthaber Kim begründet jüngste Raketentests mit "geopolitischer Krise"


Nordkoreas Machthaber Kim begründet jüngste Raketentests mit "geopolitischer Krise"
Nordkoreas Machthaber Kim begründet jüngste Raketentests mit "geopolitischer Krise" / Foto: © KCNA VIA KNS/AFP

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat indirekt einen Zusammenhang zwischen den jüngsten nordkoreanischen Raketentests und dem US-Militäreinsatz in Venezuela bestätigt. Am Wochenende habe Kim den Abschuss mehrerer "hochmoderner" Hyperschallraketen beaufsichtigt, um die Streitkräfte Nordkoreas auf einen Krieg vorzubereiten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Pjöngjangs Aktivitäten dienten dabei der Abschreckung und seien "notwendig, wie die jüngste geopolitische Krise und die komplizierten internationalen Ereignisse" zeigten, sagte Kim unter Anspielung auf den US-Militäreinsatz auf Caracas in der Nacht zum Samstag.

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"In letzter Zeit wurden wichtige Fortschritte dabei erzielt, unsere Nuklearstreitkräfte auf eine praktische Basis zu stellen und sie auf einen tatsächlichen Krieg vorzubereiten", sagte Kim. In nordkoreanischen Staatsmedien verbreitete Fotos zeigten Kim, wie er in Begleitung hochrangiger Beamter eine Zigarette rauchte, während eine Rakete in den Morgenhimmel aufstieg.

Bei dem US-Militärangriff auf Nordkoreas Verbündeten Venezuela war am Samstag dessen linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht worden - ein langjähriges Alptraumszenario für die Führung in Pjöngjang, die Washington lange Zeit vorwarf, ihre Entmachtung anzustreben.

Am Sonntag hatten die Verteidigungsministerien in Japan und Südkorea die Sichtung "mehrerer Geschosse, mutmaßlich ballistischer Raketen" über dem Meer gemeldet, die in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert worden seien. Zwei Raketen hätten eine Höhe von 50 Kilometern erreicht und seien 900 beziehungsweise 950 Kilometer weit geflogen. Der Raketentest erfolgte wenige Stunden vor der Abreise des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zu einem Staatsbesuch in China.

Zuletzt hatte Pjöngjang im November einen Raketentest vorgenommen, nachdem US-Präsident Donald Trump Südkoreas Plan für den Bau eines Atom-U-Bootes gebilligt hatte. Nordkorea hat in den vergangenen Jahren seine Tests von Raketen und Marschflugkörpern deutlich verstärkt. Analysten zufolge zielt Pjöngjang darauf ab, seine Präzisionsfähigkeiten zu verbessern, die USA und Südkorea herauszufordern - und Waffen zu testen, bevor diese an den Verbündeten Russland geliefert werden.

(B.Izyumov--DTZ)

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