Deutsche Tageszeitung - Anne Franks Stiefschwester und Holocaust-Überlebende Eva Schloss mit 96 Jahren gestorben

Anne Franks Stiefschwester und Holocaust-Überlebende Eva Schloss mit 96 Jahren gestorben


Anne Franks Stiefschwester und Holocaust-Überlebende Eva Schloss mit 96 Jahren gestorben
Anne Franks Stiefschwester und Holocaust-Überlebende Eva Schloss mit 96 Jahren gestorben / Foto: © POOL/AFP

Die Holocaust-Überlebende und Stiefschwester von Anne Frank, Eva Schloss, ist tot. Sie starb am Samstag im Alter von 96 Jahren in London, wie ihre Stiftung mitteilte. Schloss' Familie bekundete ihre "tiefe Trauer" über den Verlust dieser "bemerkenswerten Frau", deren Einsatz für "Erinnerung, Verständigung und Frieden" unermüdlich gewesen sei.

Textgröße ändern:

Schloss war 1990 Mitgründerin der Anne Frank Stiftung in Großbritannien, deren Ziel es ist, Menschen über den Holocaust aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Sie schrieb mehrere Bücher und erzählte in der ganzen Welt von ihren Erfahrungen.

König Charles III. und seine Ehefrau Camilla bekundeten ebenfalls ihre tiefe Trauer über Schloss' Tod. "Wir sind beide privilegiert und stolz, sie gekannt zu haben und haben sie zutiefst bewundert", erklärte das Königspaar.

1929 als Eva Geiringer in Österreich geboren, war sie ein Kind, als die Nazis ihr Heimatland annektierten. Ihre jüdische Familie floh zunächst nach Belgien und dann nach Amsterdam, wo sie gegenüber von Anne Franks Familie lebte. Franks Tagebuch wurde zu einem Symbol für das Leid, das die Nazis während den Zweiten Weltkriegs verursachten.

Eva und Anne spielten oft gemeinsam, bevor sich die Familien der beiden ab 1942 versteckten. Nach zwei Jahren wurden Schloss, ihre Mutter Elfriede, ihr Vater Erich und ihr Bruder Heinz von einem Nazi-Sympathisanten verraten. Sie wurden an Schloss' 15. Geburtstag festgenommen und im Mai 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz gebracht. Schloss gelang es, mit ihrer Mutter in Kontakt zu bleiben, wurde jedoch von ihrem Vater und ihrem Bruder getrennt, die beide in Lagern starben. Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Nach der Befreiung von Auschwitz durch die sowjetische Armee 1945 kehrten Schloss und ihre Mutter in die Niederlande zurück, wo sie Annes Vater, Otto Frank wiedertrafen. 1953 heirateten Elfriede und Otto.

Eva zog für ihr Studium nach London, heiratete, bekam drei Töchter und nahm die britische Staatsbürgerschaft an. 2021, im Alter von 92 Jahren, bekam sie auch ihre österreichische Staatsbürgerschaft zurück.

Bis ins hohe Alter habe Schloss mit "unermüdlicher Leidenschaft oft mehrere Vorträge pro Tag" gehalten, darunter in Gefängnissen und Schulen, erklärte die stellvertretender Vorsitzende der Anne Frank Stiftung, Gillian Walnes. "Evas Vermächtnis lebt in den Leben, die sie berührt hat, und in der Geschichte, die sie mutig am Leben erhalten hat, weiter."

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Trump begrüßt "großen" Sieg von Bolsonaro-Sohn bei erster Wahlrunde in Brasilien

US-Präsident Donald Trump hat den "großen" Sieg des rechtsgerichteten Senators Flávio Bolsonaro in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien begrüßt. "Es ist ein großer Sieg. Knapp, aber ein sehr, sehr großer Sieg", sagte Trump am Montag vor Journalisten im Weißen Haus. "Unglaublich", fügte er hinzu.

Bericht: Zahl der Kriegsdienstverweigerer stark angestiegen

Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in diesem Jahr stark angestiegen. Von Januar bis August seien insgesamt 12.102 entsprechende Gesuche eingegangen, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). Im gesamten Jahr 2025 gab es demnach lediglich 3879 Anträge, 2024 waren es 2249.

Krise in Rumänien: Präsident nominiert vierten Kandidaten für Amt des Regierungschefs

Inmitten der anhaltenden politischen Krise in Rumänien hat Präsident Nicusor Dan zum vierten Mal einen neuen Regierungschef nominiert. Der Pro-Europäer Dan schlug am Montag den parteilosen 55-jährigen Diplomaten und ehemaligen Journalisten Luca Niculescu als neuen Ministerpräsidenten vor. "Ich habe den Menschen ausgewählt, der die besten Chancen hat, eine Mehrheit zu bilden", sagte Dan vor Journalisten.

Trump: Haben Bomber nach "Drohungen" von britischem Militärstützpunkt abgezogen

Der Abzug von B-1-Bombern der US-Armee vom britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wegen "Drohungen" erfolgt. "Es gab Drohungen, also haben wir sie, statt den Feind in Versuchung zu bringen, ein wenig verlegt, nicht sehr weit", sagte Trump am Montag mit Blick auf die US-Flugzeuge vor Journalisten im Weißen Haus. Die Menschen, von denen diese Drohungen ausgegangen seien, "sind mit dem Iran verbunden", fügte Trump hinzu.

Textgröße ändern: