Deutsche Tageszeitung - Französische Armee wirbt um junge Freiwillige für neuen Wehrdienst

Französische Armee wirbt um junge Freiwillige für neuen Wehrdienst


Französische Armee wirbt um junge Freiwillige für neuen Wehrdienst
Französische Armee wirbt um junge Freiwillige für neuen Wehrdienst / Foto: © AFP

Die französische Armee hat ihre Rekrutierungskampagne für einen neuen freiwilligen Militärdienst eröffnet. "Junge Französinnen und Franzosen können sich nun bewerben", sagte Verteidigungsministerin Catherine Vautrin am Montag in Paris. "Es geht darum, sich knapp ein Jahr lang in den Dienst der Nation zu stellen und damit dem Bedarf der Streitkräfte zu entsprechen", betonte die Ministerin zum Auftakt der Kampagne.

Textgröße ändern:

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte im November die Grundzüge des neuen Freiwilligendienstes vorgestellt - und dabei zugleich die Rückkehr zu einer allgemeinen Wehrpflicht ausgeschlossen. In Frankreich ist die Wehrpflicht seit 1997 faktisch abgeschafft.

Jährlich soll künftig ein Teil eines Jahrgangs auf freiwilliger Basis zu einem zehn Monate dauernden, militärischen "Nationaldienst" herangezogen werden. Die Armee soll die Freiwilligen unter den Bewerbern aussuchen. Es wird erwartet, dass es mehr Interessierte als Plätze gibt.

Im kommenden Sommer sollen erstmals 3000 junge Menschen beiderlei Geschlechts den Dienst antreten. Die Zahl soll danach beständig erhöht werden. 2035 sollen die französischen Streitkräfte 50.000 Freiwillige umfassen, darunter auch Teilnehmer an bereits bestehenden Programmen, die für junge Menschen gedacht sind, die Schwierigkeiten beim Berufseinstieg haben.

Der künftige Nationaldienst soll eine einmonatige Grundausbildung und den Einsatz in einer bestehenden Einheit umfassen. Dafür sollen die jungen Soldatinnen und Soldaten einen Sold von mindestens 800 Euro enthalten. Sie sollen ausschließlich auf nationalem Gebiet eingesetzt werden, etwa bei Patrouillen an sensiblen Orten oder beim Schutz der Zivilbevölkerung.

Das Budget in Höhe von 2,3 Milliarden Euro - unter anderem für den Bau von Unterkünften - soll in den Verteidigungshaushalt einfließen, über den das Parlament demnächst abstimmen soll.

Ein früheres Vorhaben von Macron, der ganze Jahrgänge junger Menschen zu einem nationalen, aber stärker zivil geprägten Pflichtdienst heranziehen wollte, ist damit begraben. Er war aus einer Pilotphase nicht herausgekommen und als zu teuer kritisiert worden.

Derzeit sind junge Menschen verpflichtet, einen Verteidigungstag zu absolvieren, an dem sie über Militärlaufbahnen informiert werden, ein Strategiespiel spielen und mit Laserwaffen schießen. Schülerinnen und Schüler sollen künftig auch dazu ermuntert werden, sich für ihr Pflichtpraktikum bei der Armee zu bewerben.

Die französische Berufsarmee hat einen Frauenanteil von 17 Prozent und umfasst derzeit etwa 200.000 Soldatinnen und Soldaten und 47.000 Reservistinnen und Reservisten.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Bosnisch-serbischer Hardliner Dodik erklärt sich zum Wahlsieger und dankt Trump und Putin

Bei den Wahlen in Bosnien-Herzegowina hat der abgesetzte bosnische Serbenführer Milorad Dodik nach eigenen Angaben seine Macht in der serbischen Teilrepublik gesichert. "Ich erkläre, dass wir gewonnen haben", sagte Dodik am Sonntag vor Unterstützern in Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska. Seine Partei habe sowohl in der Teilrepublik gewonnen als auch den serbischen Sitz des dreiköpfigen Staatspräsidiums des Zentralstaats.

NOOSHA AUBEL UND DAS BESCHÄMENDE VERSAGEN DER STRUKTUREN IM RATHAUS POTSDAM

Noosha Aubel ist 50 Jahre alt, parteilos und seit dem 24. Oktober 2025 Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam. Von 2017 bis 2023 gehörte sie bereits als Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport zur Verwaltungsspitze. Damit ist sie keine politische Anfängerin, die sich erst in Potsdamer Strukturen einarbeiten müsste. Sie kennt dieses Rathaus, seine Zuständigkeiten und seine Schwachstellen seit Jahren. Genau deshalb wiegen die Vorgänge um die mehrfach schwerstbehinderten Schwestern Heddå und Heidrūn politisch besonders schwer und werden Fragen an fehlendem Anstand und Moral auf.

Wähler in Bosnien und Herzegowina bestimmen neue Parlamente und Präsidenten

In Bosnien und Herzegowina sind am Sonntag die Amtsträger im komplexen politischen System des früheren Bürgerkriegslandes gewählt worden. Der Beginn des Urnengangs verlief holprig, vielerorts gab es technische Probleme mit der neu eingeführten biometrischen Technik. Die Wahllokale sollten um 19.00 Uhr MESZ schließen, erste Ergebnisse wurden für den späten Abend erwartet.

Kanzler in Kiew: Hilfe für Ukraine zur Abwehr "barbarischer Angriffe" aus Russland

Luftalarm, Drohnenangriff und eine scharfe Warnung aus Moskau: Bei einem Besuch unter dramatischen Umständen in Kiew hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unbeirrt in seiner Unterstützung für die Ukraine gezeigt. Er sagte dem Land am Sonntag Militär- und Infrastruktur-Hilfen von über einer Milliarde Euro zu. Während seines Besuchs wurde eine Brücke in Kiew von einer russischen Drohne getroffen.

Textgröße ändern: