Deutsche Tageszeitung - Grönland stellt sich auf Seite Dänemarks - Nato-Partner betonen Kooperation mit USA

Grönland stellt sich auf Seite Dänemarks - Nato-Partner betonen Kooperation mit USA


Grönland stellt sich auf Seite Dänemarks - Nato-Partner betonen Kooperation mit USA
Grönland stellt sich auf Seite Dänemarks - Nato-Partner betonen Kooperation mit USA / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der wiederholten Drohungen der US-Regierung mit einer Annexion Grönlands hat sich der Regierungschef des Autonomiegebiets eindeutig auf die Seite Kopenhagens geschlagen. "Wenn wir hier und jetzt zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, wählen wir Dänemark", sagte der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Zugleich stellten sowohl Frederiksen als auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ein stärkeres Engagement europäischer Nato-Staaten in der Arktis in Aussicht.

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"Grönland will nicht von den USA regiert werden. Grönland will nicht Teil der USA sein", sagte Grönlands Regierungschef Nielsen. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen wiederholt Anspruch auf das zu Dänemark gehörende autonome Grönland erhoben. Er begründete dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA sowie mit russischer und chinesischer Präsenz in der Arktisregion und erklärte, Dänemark könne Grönland nicht ausreichend schützen. Die dänische Regierung hatte dies wiederholt zurückgewiesen und darauf verwiesen, rund zwölf Milliarden Euro für eine verstärkte Militärpräsenz in der Arktisregion ausgegeben zu haben.

Am Mittwoch treffen die Außenminister Dänemarks und Grönlands mit US-Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance zu einem Gespräch im Weißen Haus zusammen. Dänemarks Außenminister Lars Lökke Rasmussen hatte das Treffen mit Rubio nach eigenen Angaben angefragt, um "gewisse Missverständnisse auszuräumen".

Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen kritisierte unterdessen erneut die Rhetorik der USA zu Grönland. Es handle sich um "vollkommen inakzeptablen Druck von unserem engsten Verbündeten", sagte sie am Dienstag. Die "größten Herausforderungen" in dieser Hinsicht könnten noch bevorstehen. Zugleich betonte Frederiksen den Willen ihres Landes, die Sicherheitszusammenarbeit "mit den USA, mit der Nato, mit Europa und den arktischen Nato-Mitgliedstaaten zu stärken". Dies sei "die beste Verteidigung gegen chinesische oder russische Bedrohungen in der Arktis". Derzeit würden Schritte zu einer größeren Präsenz der dänischen Armee unter Beteiligung weiterer Länder in Grönland unternommen, sagte dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen.

Bundesverteidigungsminister Pistorius stellte bei einem Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas die gemeinsamen militärischen Interessen Europas und der USA in den Vordergrund. Die Bundeswehr und europäische Nato-Verbündete zeigten mit Überwachung und Patrouillen verstärkte Präsenz in der Arktisregion, sagte er. Angesichts der zunehmenden russischen Militärpräsenz in der Region sei der Schutz der Meeresrouten zwischen Grönland, Island und Großbritannien nicht nur im Interesse der USA, sondern der gesamten Nato.

Als "Idee" nannte der Bundesverteidigungsminister eine mögliche gemeinsame Nato-Mission unter dem Namen "Arctic Sentry", um eine stärkere Überwachung des Gebiets zu gewährleisten. Unter dem Namen "Baltic Sentry" überwachen Nato-Staaten seit Anfang vergangenen Jahres bereits den Ostsee-Raum.

Aus dem US-Kongress kam unterdessen eine weitere Initiative, um Grönland den USA einzuverleiben. Der Kongressabgeordnete Randy Fine aus Florida brachte einen Gesetzentwurf ins Abgeordnetenhaus ein, der Trump "alle nötigen Schritte" einräumt, um "Grönland zu annektieren oder zu erwerben". Die Insel sei "ein lebenswichtiger Bestandteil" der nationalen Sicherheit der USA, erklärte Fine.

(V.Korablyov--DTZ)

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