Deutsche Tageszeitung - Immer mehr staatliche Cyberangriffe: Verfassungsschutz mahnt zur Wachsamkeit

Immer mehr staatliche Cyberangriffe: Verfassungsschutz mahnt zur Wachsamkeit


Immer mehr staatliche Cyberangriffe: Verfassungsschutz mahnt zur Wachsamkeit
Immer mehr staatliche Cyberangriffe: Verfassungsschutz mahnt zur Wachsamkeit / Foto: © AFP/Archiv

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat zu erhöhter Wachsamkeit wegen einer zunehmenden Zahl von Cyberangriffen ausländischer Staaten aufgerufen. Sie dienten insbesondere dazu, sensible Daten und innovatives Know-how zu stehlen, wichtige Infrastruktur zu sabotieren oder politische Destabilisierung zu erzeugen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Broschüre des Inlandsgeheimdienstes. Genannt als Verursacher werden insbesondere Russland, China, der Iran und Nordkorea.

Textgröße ändern:

Cyberangriffe würden "zunehmend von staatlichen oder staatlich beauftragten Akteuren initiiert, koordiniert oder durchgeführt", heißt es. Deutschland sei dabei aufgrund seiner politischen Rolle in EU und Nato sowie als führende Industrienation und Technologiestandort "ein attraktives Ziel".

Der Verfassungsschutz forderte Betroffene auf, sich bei der Behörde im Falle von Angriffen mit mutmaßlich nachrichtendienstlichem oder extremistischem Hintergrund zu melden. Das Bundesamt bot für diese Fälle Beratung und gegebenenfalls auch die Unterstützung ergriffener Maßnahmen an.

Die Motive für Cyberangriffe unterscheiden sich laut Verfassungsschutz von Land zu Land: "Russland nutzt Cyberangriffe als geopolitisches Werkzeug, um strategische Vorteile zu erzielen und Einfluss auf globale wie auch nationale Politikprozesse auszuüben", heißt es. Ziel sei es dabei regelmäßig, "demokratische Systeme zu untergraben und politische Instabilität zu schaffen".

China verfolge mit seinen Cyberangriffen hingegen "primär wirtschaftliche und technologische Ziele", schreibt der Verfassungsschutz. Oft liege der Fokus "auf dem Diebstahl geistigen Eigentums und strategischen Wissens, um die eigene Wirtschaft und Technologie zu stärken". Dabei seien auch deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen "zentrale Ziele".

Der Iran setze Cyberangriffe hingegen "strategisch ein, um seine regionalpolitischen Ziele zu erreichen, Gegner zu destabilisieren, Oppositionelle auszuspähen und einzuschüchtern". Nordkorea wiederum nutze "Cyberangriffe primär zur finanziellen Bereicherung des Regimes und zur Umgehung internationaler Sanktionen".

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Thüringens Innenminister Maier warnt vor Blockaden gegen AfD-Parteitag

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat vor Blockaden gegen den AfD-Parteitag am ersten Juli-Wochenende in Erfurt gewarnt. "Eine Verhinderungsblockade ist nicht von der Versammlungsfreiheit gedeckt", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND; Donnerstagsausgaben). Die Polizei werde "das Versammlungsrecht durchsetzen", kündigte er an. Maier sprach einen Appell aus: "Alle, die von ihrem Grundrecht auf Protest Gebrauch machen wollen, sollten das unbedingt friedlich tun."

Trump will vom Kongress 88 Milliarden Dollar - "hauptsächlich" für Iran-Krieg

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat beim Kongress die Freigabe von zusätzlichen 88 Milliarden Dollar (77,5 Milliarden Euro) beantragt - "hauptsächlich" für die Finanzierung des Iran-Kriegs. In dem am Mittwoch eingereichten "wichtigen und dringenden" Antrag für eine Budgeterweiterung forderte das Weiße Haus allein 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium. Das restliche Geld ist unter anderem für Hilfen für Bauern und Agrarunternehmen sowie Infrastrukturprojekte vorgesehen.

Bei Treffen mit Rutte: Trump kritisiert Merz und lobt Selenskyj

Knapp zwei Wochen vor dem Nato-Gipfel hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik an Deutschland erneuert - und die Ukraine überraschend deutlich gelobt. Er sei "enttäuscht über Deutschland" und die Haltung der Bundesregierung im Iran-Krieg, sagte Trump am Mittwoch bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus in Washington. Ungewöhnlich positive Worte fand er für den ukrainischen Präsidenten Wolodymy Selenskyj: Dieser sei "mutig" und verteidige sein Land "ziemlich gut" gegen Russland.

Trump weiter "enttäuscht über Deutschland" - Rutte nimmt Berlin in Schutz

US-Präsident Donald Trump hat sich bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte erneut "enttäuscht über Deutschland" geäußert. Trump sagte am Mittwoch bei einem gemeinsamen Auftritt mit Rutte im Weißen Haus, die USA hätten "hunderte Millionen Dollar" für die in Deutschland stationierten Truppen gezahlt. Im Iran-Krieg habe er Berlin gebeten: "Gebt uns einen kleinen Stups, gebt uns ein kleines Küsschen", sagte er. "Aber sie haben nein gesagt."

Textgröße ändern: