Deutsche Tageszeitung - Nato startet Mission "Arctic Sentry" - Deutschland beteiligt sich mit Kampfjets

Nato startet Mission "Arctic Sentry" - Deutschland beteiligt sich mit Kampfjets


Nato startet Mission "Arctic Sentry" - Deutschland beteiligt sich mit Kampfjets
Nato startet Mission "Arctic Sentry" - Deutschland beteiligt sich mit Kampfjets / Foto: © HO/AFP/Archiv

Nach dem Rückzieher von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Streit hat die Nato ihre Mission "Arctic Sentry" gestartet. Es sei das erste Mal, dass alle Aktivitäten der Nato und ihrer Mitglieder im Arktisgebiet "unter einem Kommando zusammengeführt" würden, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Mittwoch in Brüssel. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte an, Deutschland werde sich in einem ersten Schritt mit vier Eurofighter-Kampfjets an der Mission beteiligen.

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Neben den Eurofightern stelle Deutschland auch die "entsprechenden Betankungsmöglichkeiten in der Luft" bereit, sagte Pistorius. Weitere Einzelheiten sollen bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag besprochen werden.

Die Nato werde durch "Arctic Sentry" (Wächter der Arktis) in der Lage sein, "eine größere Wirkung zu erzielen", argumentierte Rutte. Zudem könne so festgestellt werden, "wo es noch Lücken gibt, die wir schließen müssen".

Die Mission folgt Forderungen Trumps, die Arktis vor russischem und chinesischem Einfluss zu schützen. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und Russlands deutlich gewachsen. Zudem lagern in der Region wertvolle Rohstoffe.

Die Mission werde "die Stärke der Nato" nutzen, um sicherzustellen, "dass die Arktis und der hohe Norden sicher bleiben", erklärte der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich.

Die neue Mission soll nach Angaben des Oberkommandos der Alliierten Streitkräfte in Europa (Shape) die Aktivitäten der Nato-Mitglieder in der Region bündeln und damit "die Präsenz der Nato dort stärken". Geführt wird "Arctic Sentry" vom für den Norden zuständigen Nato-Kommando in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia.

Die Mission unterstreiche das Engagement des Bündnisses, "die Stabilität in einer der strategisch bedeutendsten und zugleich schwierigsten Umgebungen der Welt zu wahren", erläuterte Grynkewich.

Trump hatte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus vor rund einem Jahr immer wieder Besitzansprüche auf das zu Dänemark gehörende Grönland erhoben, die er mit US-Sicherheitsinteressen in der Arktis begründete. Die dabei ausgesprochene Drohung militärischer Gewalt nahm er im vergangenen Monat nach einem Gespräch mit Rutte zurück. Rutte kündigte ebenso wie die EU und einzelne EU-Länder ein stärkeres Engagement in der Arktis an.

Ein hochrangiger Nato-Militär sagte, bei "Arctic Sentry" gehe es "nicht nur um Grönland", sondern um die "gesamte Region". Die Nato verwies auf bestehende Arktis-Manöver Dänemarks und Norwegens, auf die die Mission sich stützen werde.

Dänemark kündigte an, es werde "wesentlich" zu der Mission beitragen. "Wir werden das Tempo beibehalten, um sicherzustellen, dass die Arktis langfristig in den Planungen und Übungsaktivitäten der Nato berücksichtigt wird", erläuterte der Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen.

Finnland begrüßte die Nato-Initiative als Stärkung der Sicherheit in der Arktis. Wie viele zusätzliche militärische Fähigkeiten in der Region stationiert werden sollen, blieb allerdings zunächst unklar. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte sich für eine dauerhafte Stationierung von Nato-Soldaten auf der Arktis-Insel Grönland ausgesprochen.

"Arctic Sentry" folgt zwei weiteren Nato-Missionen, die im vergangenen Jahr angesichts der Bedrohung durch Russland gestartet worden waren: "Baltic Sentry" in der Ostsee und "Eastern Sentry" an der Ostflanke des Bündnisses.

(W.Uljanov--DTZ)

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