Deutsche Tageszeitung - Antisemitismus-Vorwurf: US-Regierung verklagt Hochschule UCLA

Antisemitismus-Vorwurf: US-Regierung verklagt Hochschule UCLA


Antisemitismus-Vorwurf: US-Regierung verklagt Hochschule UCLA
Antisemitismus-Vorwurf: US-Regierung verklagt Hochschule UCLA / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die US-Regierung hat erneut wegen Antisemitismus-Vorwürfen eine Klage gegen die Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) eingereicht. Die Verwaltung der Hochschule habe vor antisemitischen Handlungen auf seinem Gelände "die Augen verschlossen", hieß es in der am Dienstag vom US-Justizministerium bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereichten Klage. Im August hatte die US-Regierung bereits wegen ähnlicher Vorwürfe eine Klage in Höhe von einer Milliarde Dollar (850 Millionen Euro) gegen die UCLA eingereicht.

Textgröße ändern:

Nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 habe die Hochschule "eklatant" antisemitische Handlungen nicht nur ignoriert, sondern "manchmal erleichtert", warf das US-Justizministerium der UCLA vor. Die Universitäts-Verwaltung habe zudem "systematisch Hilferufe ihrer eigenen verängstigten jüdischen und israelischen Mitarbeiter" ignoriert.

US-Justizministerin Pam Bondi erklärte, die Verantwortlichen der UCLA hätten "mutmaßlich zugelassen, dass giftiger Antisemitismus auf dem Campus gedeiht und damit Studierenden und Beschäftigten gleichermaßen geschadet". Die Klage unterstreiche, dass das US-Justizministerium "entschlossen gegen Hass und Antisemitismus in all seinen abscheulichen Formen vorgeht".

US-Präsident Donald Trump wirft zahlreichen Universitäten im Land vor, während der landesweiten Proteste im Zusammenhang mit dem Krieg im Gazastreifen nicht gegen Antisemitismus vorgegangen zu sein. In den vergangenen Jahren waren zahlreiche US-Universitäten, darunter auch die UCLA, Schauplatz teils gewalttätiger anti-israelischer Proteste gewesen.

Kritiker werfen Trump vor, dies nur als Vorwand für sein Vorgehen gegen die häufig als linksliberal wahrgenommenen Universitäten in den USA zu nutzen - und deren Unabhängigkeit anzugreifen. So geht die Regierung des rechtspopulistischen Republikaners massiv gegen Programme für mehr Diversität an Hochschulen vor. Als Druckmittel hat seine Regierung öffentliche Fördermittel in riesigem Umfang eingefroren.

Die University of California ist ein öffentlicher Universitätsverbund mit Hochschulen an zehn Standorten im Westküstenstaat Kalifornien. Sie gehören zu den besten öffentlichen Universitäten der USA. Besonders berühmt sind die Universitäten im nahe San Francisco gelegenen Berkeley (UC Berkeley) und in Los Angeles (UCLA).

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

US-Delegation bricht zu Iran-Gesprächen nach Pakistan auf - Teilnahme Teherans unklar

Zwei Tage vor dem Ende der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg herrscht Ungewissheit über die Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran: Der Iran hat nach Angaben seines Außenministeriums "noch keine Entscheidung" über eine Teilnahme an Gesprächen mit den USA in Pakistan getroffen. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, eine Verlängerung der Waffenruhe sei "höchst unwahrscheinlich". Er drohte dem Iran erneut mit massiven Angriffen, falls die Feuerpause ohne neue Einigung ausläuft.

Moskaus Botschafter einbestellt: "Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland"

Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter in Berlin unter Verweis auf "direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland" einbestellt. Diese seien "ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen", erklärte das Außenamt am Montag im Online-Dienst X. Deutschland lasse sich aber "nicht einschüchtern", hieß es. Derartige Drohungen "und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland seien "vollkommen inakzeptabel".

"Keinerlei erkennbare Grundlage": Merz lehnt US-Drohungen mit möglicher Kuba-Intervention ab

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Drohungen der USA mit einer möglichen Intervention in Kuba klar zurückgewiesen. "Es gibt keinerlei erkennbare Grundlage für eine Intervention auf Kuba", sagte Merz am Montag bei einer Pressekonferenz mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva: "Von Kuba geht trotz aller Probleme, die dieses Land mit dem kommunistischen Regime innenpolitisch hat, keinerlei erkennbare Gefährdung für Drittstaaten außerhalb Kubas aus."

Israelischer Soldat zerstört Kruzifix im Libanon: Netanjahu kündigt "harte Maßnahmen" an

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat "harte Maßnahmen" gegen einen Soldaten angekündigt, der ein Kruzifix im Süden des Libanon niedergerissen hat. "Ich war fassungslos und traurig, als ich erfuhr, dass ein IDF-Soldat eine katholische Ikone im Südlibanon beschädigt hat", schrieb Netanjahu im Onlinedienst X. "Militärermittler nehmen eine strafrechtliche Untersuchung vor und werden dementsprechend harte Maßnahmen gegen den Täter ergreifen", fügte Netanjahu hinzu.

Textgröße ändern: