Deutsche Tageszeitung - FDP-Chef Dürr will trotz Wahldesasters im Amt bleiben

FDP-Chef Dürr will trotz Wahldesasters im Amt bleiben


FDP-Chef Dürr will trotz Wahldesasters im Amt bleiben
FDP-Chef Dürr will trotz Wahldesasters im Amt bleiben / Foto: © AFP/Archiv

FDP-Chef Christian Dürr will trotz des Wahldesasters seiner Partei in Baden-Württemberg im Amt bleiben. Die FDP müsse sich erneuern, "ich will diese Erneuerung weiter vorantreiben", sagte Dürr am Montag nach einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin. FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke bekräftigte hingegen, dass er sein Amt niederlegen und sich aus der Bundes- und Landespolitik zurückziehen wolle.

Textgröße ändern:

Dürr räumte ein, dass die FDP nach dem gescheiterten Wiedereinzug in den Bundestag im vergangenen Jahr "noch nicht an dem Punkt ist, wo wir wieder Wahlen erfolgreich bestreiten können". Dies wolle er aber ändern. Dafür müsse die FDP "für eine radikal andere Politik stehen, als es CDU, SPD und Grüne tun", also Parteien, "die man manchmal auch etabliert nennt". Konkret forderte Dürr unter anderem "ein anderes Sozialsystem" für Deutschland.

Die FDP war in ihrem Stammland Baden-Württemberg erstmals an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Mehrere FDP-Politikerinnen und Politiker, darunter Präsidiumsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann gingen daraufhin auf Distanz zu Dürr. Personaldebatten ließen sich "nach solchen Niederlagen nicht einfach wegmoderieren", sagte Strack-Zimmermann der Funke Mediengruppe.

Dürr rief zur Geschlossenheit auf. "Wir wollen als Team im Präsidium gemeinsam für den Erfolg der FDP kämpfen", verlangte er. Allerdings "prüfe ich mich auch selbstkritisch", sagte der Parteichef. Für die FDP sei es "kein leichter Weg" und "dieser Aufgabe möchte ich mich stellen".

Der FDP drohen weitere Niederlagen bei in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen in zwei Wochen in Rheinland-Pfalz sowie im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Außer in Berlin liegt die Partei in Umfragen jeweils bei 2,0 bis 2,5 Prozent, auch in der Hauptstadt würde sie demnach mit drei bis vier Prozent klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Der ehemalige Fraktionschef Dürr hatte die Führung der Liberalen im Mai vergangenen Jahres übernommen. Er trat dabei die Nachfolge von Christian Lindner an, der sich nach der verlorenen Bundestagswahl nach zwölf Jahren von der Parteispitze zurückzog.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Belarussischer Staatschef Lukaschenko zu erstem offiziellen Besuch in Nordkorea eingetroffen

Der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko ist am Mittwoch zu seinem ersten offiziellen Besuch in Nordkorea eingetroffen. Dies berichtete die belarussische staatliche Nachrichtenagentur Belta. Der zweitägige Besuch Lukaschenkos, eines engen Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, soll demnach dazu dienen, "die wichtigsten Bereiche von gemeinsamem Interesse und die vielversprechendsten Projekte für die Umsetzung zu ermitteln".

Trump ruft zur Wiederwahl von Ungarns Regierungschef Orban auf

Vor der Parlamentswahl in Ungarn am 12. April hat US-Präsident Donald Trump dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban seine "völlige und uneingeschränkte Unterstützung ausgesprochen. Orban sei "ein wirklich starker und mächtiger Anführer mit einer nachweislichen Erfolgsbilanz bei der Erzielung phänomenaler Ergebnisse", erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. An die Wählerinnen und Wähler in Ungarn gerichtet fügte er hinzu: "Stimmt für Viktor Orban."

Klingbeil hält Grundsatzrede zu Modernisierung Deutschlands

In einer Grundsatzrede will Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Mittwoch seine Vorstellungen für eine Modernisierung Deutschlands präsentieren (14.00 Uhr). Die Rede des Vizekanzlers bei der Bertelsmann-Stiftung in Berlin soll Themen wie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft und die soziale Gerechtigkeit behandeln. Erwartet werden Weichenstellungen für die Reformvorhaben, welche die Koalition aus Union und SPD in den kommenden Monaten umsetzen will.

Merz bei Regierungsbefragung im Bundestag

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellt sich am Mittwoch (14.00 Uhr) im Bundestag den Fragen der Abgeordneten. Für die Regierungsbefragung wurde eine Stunde angesetzt. Im Anschluss debattiert das Parlament auf Verlangen der Koalition in einer Aktuellen Stunde über die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. In erster Lesung befasst sich der Bundestag zudem mit zwei Gesetzentwürfen der Regierung.

Textgröße ändern: