Deutsche Tageszeitung - Hunderte Geflüchtete in Transportern geschleust: Bis zu acht Jahre Haft in Hannover

Hunderte Geflüchtete in Transportern geschleust: Bis zu acht Jahre Haft in Hannover


Hunderte Geflüchtete in Transportern geschleust: Bis zu acht Jahre Haft in Hannover
Hunderte Geflüchtete in Transportern geschleust: Bis zu acht Jahre Haft in Hannover / Foto: © AFP/Archiv

Wegen Schleusung hunderter Geflüchteter unter teils lebensgefährlichen Bedingungen sind fünf Angeklagte in Hannover zu Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren verurteilt worden. Ein sechster Beschuldigter erhielt eine einjährige Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht, wie die Staatsanwaltschaft in der niedersächsischen Landeshauptstadt und die Bundespolizei in Rostock am Dienstag mitteilten. Die meisten Beschuldigten waren vor etwas mehr als einem Jahr bei einer bundesländerübergreifenden Razzia gefasst worden.

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Laut Ermittlern bildeten die Angeklagten eine Bande, um Geflüchtete in gemieteten Transportern und Kleinlastwagen illegal über die sogenannte Balkanroute nach Deutschland und Österreich zu schleusen. In Gruppen transportierten sie demnach insgesamt rund 370 Menschen stundenlang auf verschlossenen Ladeflächen ohne Sicherung, Luftzufuhr oder Versorgung.

Den Bandenchef verurteilte das Landgericht Hannover den Angaben zufolge zu acht Jahren Haft. Zwei für Anwerbung und Koordinierung von Fahrern zuständige Mitglieder erhielten Gefängnisstrafen von vier Jahren und vier Monaten sowie sechs Jahren. Ferner wurde der Betreiber einer Shishabar in Hannover, die der Bande als Treffpunkt und Rückzugsort diente, zu drei Jahren Haft verurteilt. Die einjährige Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht erhielt demnach ein Fahrer eines Schleuserautos.

Rechtskräftig ist bislang nur das Urteil in einem Fall. Die übrigen fünf Angeklagten legten den Ermittlern zufolge Revision ein. Bei den Beschuldigten handelte es sich demnach um Iraker, zum Zeitpunkt der Festnahme im vergangenen Jahr waren sie zwischen 25 und 41 Jahre alt. Gegen die Bande ermittelt wurde nach damaligen Angaben schon seit 2023.

(V.Varonivska--DTZ)

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