Deutsche Tageszeitung - Trump verkündet Rettung von zweitem über dem Iran abgeschossenen Piloten

Trump verkündet Rettung von zweitem über dem Iran abgeschossenen Piloten


Trump verkündet Rettung von zweitem über dem Iran abgeschossenen Piloten
Trump verkündet Rettung von zweitem über dem Iran abgeschossenen Piloten / Foto: © POOL/AFP

In einer riskanten Spezialaktion des US-Militärs ist auch der zweite Pilot eines über dem Iran abgeschossenen Kampfjets gerettet worden. Der Soldat sei verletzt, aber "wohlauf", schrieb US-Präsident Donald Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Während Teheran von einer "vollständig vereitelten" US-Rettungsaktion sprach, drangen in US-Medien immer mehr Einzelheiten über die gefährliche Mission ans Licht. Derweil gingen die gegenseitigen Angriffe im Iran-Krieg weiter.

Textgröße ändern:

Das US-Militär habe den vermissten Offizier in "einer der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten" gerettet, erklärte Trump. Er könne "voller Freude mitteilen", dass der Soldat zwar verletzt, aber "sicher und wohlauf" sei. "Er wird sich wieder erholen", schrieb Trump weiter über das geborgene Besatzungsmitglied. Der "tapfere Krieger" habe sich "hinter den feindlichen Linien in den tückischen Bergen des Iran" befunden und sei dort "von unseren Feinden gejagt" worden.

Trump sprach von einer "wundersamen Such- und Rettungsaktion". Sie sei auf "die erfolgreiche Rettung eines weiteren mutigen Piloten" am Vortag erfolgt. Diese Rettungsaktion sei zunächst nicht bestätigt worden, um die zweite Rettungsaktion nicht zu gefährden.

Der F-15-Kampfjet mit zwei Besatzungsmitgliedern war am Freitag über dem Iran abgeschossen worden. Der Pilot wurde kurz darauf von den USA gerettet, bei der Suche nach dem zweiten Soldaten lieferten sich der Iran und die USA einen Wettlauf.

Wie die "New York Times" unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsvertreter berichtete, erhielten Einsatzkräfte des Navy Seal Teams 6 den Auftrag, den zweiten Piloten zu bergen - flankiert durch die Deckung von US-Kampfflugzeugen, die währenddessen iranische Konvois beschossen.

Laut der Nachrichtenseite "Axios" war der zweite Pilot nach dem Abschuss des Kampfjets verletzt worden, konnte aber noch laufen. Demnach gelang es ihm, den iranischen Verfolgern in den Bergen mehr als 24 Stunden lang zu entkommen. Der Pilot war der "New York Times" zufolge mit einer Pistole, einem Leuchtsignal und einem abhörsicheren Kommunikationsgerät ausgestattet.

Zwei der Flugzeuge, die den Piloten und seine Retter in Sicherheit bringen sollten, saßen laut "New York Times" und dem Sender CBS auf einem abgelegenen Stützpunkt im Iran fest. Sie mussten demnach zerstört werden, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen. Die US-Streitkräfte setzten daraufhin drei weitere Transportflugzeuge ein, um den Piloten und seine Retter aus dem Iran zu bringen.

Das iranische Militär teilte indes mit, dass die US-Armee zur Rettung des Piloten einen verlassenen Flughafen in der südlichen Provinz Isfahan genutzt habe. Der Militärsprecher Ebrahim Solfaghari teilte mit, der Rettungseinsatz des US-Militärs sei "vollständig vereitelt" worden. Ihm zufolge wurden zudem "zwei Hubschrauber vom Typ Black Hawk und zwei Militärtransportflugzeuge vom Typ C-130" zerstört. Zu einer möglichen Gefangennahme des Piloten verlautete aber nichts.

Berichten zufolge startete der US-Auslandsgeheimdienst CIA eine Täuschungskampagne - im Iran sollte die Nachricht gestreut werden, dass US-Streitkräfte den Piloten auf dem Landweg aus dem Land bringen würden.

Es sei "das erste Mal in der Geschichte des Militärs, dass zwei US-Piloten getrennt voneinander tief im feindlichen Gebiet gerettet wurden", erklärte Trump. Beide Einsätze wurden ihm zufolge "ohne einen einzigen amerikanischen Toten oder Verletzten" abgeschlossen.

Derweil gingen die gegenseitigen Angriffe in der Nacht zum Sonntag weiter: Teheran meldete neue US-israelische Angriffe im Nordwesten des Landes und attackierte seinerseits Israel und Energieanlagen in den benachbarten Golfstaaten, darunter Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain.

Auch die gegenseitigen Angriffe Israels und der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon wurden fortgesetzt. Israel griff nach eigenen Angaben erneut Hisbollah-Ziele im Libanon an, darunter laut libanesischen Staatsmedien im Viertel Dschnah, einer Hisbollah-Hochburg im Süden von Beirut. Zudem wurden bei einem neuen israelischen Angriff auf den Südlibanon nach Zivilschutz-Angaben sieben Menschen getötet.

Die von Teheran finanzierte Hisbollah-Miliz wiederum wiederum reklamierte einen Angriff mit einer Rakete großer Reichweite auf ein israelisches Kriegsschiff für sich. Die israelische Armee erklärte, ein solcher Angriff sei ihr "nicht bekannt".

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

Am Tag des Kriegsbeginns schalteten die iranischen Behörden den Internetzugang im Land ab. Seitdem herrscht in der Islamischen Republik ein Informationsblackout. Die Sperre des Internetzugangs für die Iraner dauere "nun bereits den 37. Tag in Folge" an, erklärte die Organisation Netblocks. Sie übertreffe damit "alle anderen vergleichbaren Vorfälle an Schwere" und sei "nun die längste landesweite Internetsperrung" weltweit.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Prien: Interessen jüngerer Menschen stärker berücksichtigen

Nach den "GenZ"-Protesten vom Wochenende hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazu aufgerufen, die Interessen jüngerer Menschen stärker zu berücksichtigen. "Das sind genau die Debatten, die wir jetzt führen müssen, die auch die jungen Menschen sehr zurecht einfordern", sagte Prien am Montag im Sender RBB. Sie wies darauf hin, dass dafür auch ältere Generationen etwas abgeben müssten.

Trump zeigt sich von Sieg seiner Republikaner bei US-Kongresswahlen überzeugt

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat sich US-Präsident Donald Trump überzeugt von einem Sieg seiner Republikaner gezeigt. "Wir werden gewinnen", sagte er am Sonntag (Ortszeit). Die Demokraten seien "extreme und gefährliche Radikale", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Sie würden den Wohlstand der Bürger "stehlen" und Migranten ins Land lassen, die dann "plündern, vergewaltigen und brandschatzen" würden.

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Textgröße ändern: