Deutsche Tageszeitung - Israels Armee: Stationierung entlang "Verteidigungslinie" im Südlibanon abgeschlossen

Israels Armee: Stationierung entlang "Verteidigungslinie" im Südlibanon abgeschlossen


Israels Armee: Stationierung entlang "Verteidigungslinie" im Südlibanon abgeschlossen
Israels Armee: Stationierung entlang "Verteidigungslinie" im Südlibanon abgeschlossen / Foto: © AFP

Israels Armee hat im Zuge ihres Militäreinsatzes gegen die pro-iranische Hisbollah im Libanon nach eigenen Angaben die Stationierung von Bodentruppen im Süden des Nachbarlandes abgeschlossen. Zum derzeitigen Zeitpunkt hätten die Soldaten ihre Posten "entlang der Verteidigungslinie gegen Panzerabwehrraketen" bezogen, erklärte die Armee am Dienstag. Beirut zufolge wurden seit Beginn des Iran-Krieges und der damit wiederaufgeflammten Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah mehr als 1500 Menschen im Libanon getötet.

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Die israelische Armee erklärte, ihre nun im Südlibanon stationierten Truppen seien "weiterhin in dem Gebiet im Einsatz, um die vordere Verteidigungsstellung zu stärken und Gefahren für die Bewohner und Gemeinden im Norden Israels zu beseitigen". Genaue geografische Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.

Laut israelischen Medienberichten ist es derzeit nicht vorgesehen, Soldaten weiter auf libanesisches Territorium vorrücken zu lassen als etwa 20 Kilometer nördlich der Grenze. Die Streitkräfte hätten die "Frontlinie" erreicht, die in den genehmigten Einsatzplänen festgelegt worden sei, berichtete die linksgerichtete israelische Zeitung "Haaretz" unter Berufung auf Armeekreise. Diese Linie umfasst dem Bericht zufolge "südliche Dörfer, die etwa zehn Kilometer vom Litani-Fluss entfernt liegen - einem Gebiet, das unter israelischer Armeekontrolle steht".

Der Zeitung "Jediot Ahronot" zufolge bereitet die Armee derzeit einen Einsatzplan vor, den sie der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorlegen will. Der Plan sieht demnach vor, die libanesischen Dörfer an der Front unter israelischer Kontrolle zu halten.

Aus libanesischen Armeekreisen erfuhr die Nachrichtenagentur AFP, dass die israelischen Streitkräfte in Küstennähe etwa neun Kilometer tief auf libanesisches Staatsgebiet vorgedrungen seien. Dort erreichten sie demnach die Stadt Bajada. Im zentralen Abschnitt der Grenze rückte Israels Armee demnach fünf Kilometer vor, im Osten sieben Kilometer. Aus all diesen Gebieten hatte sich die reguläre libanesische Armee zurückgezogen.

Weiter hieß es, Israel kontrolliere nunmehr die strategisch wichtige Stadt Chiam - dort hatten sich israelische Soldaten und die Hisbollah-Miliz zuletzt intensive Gefechte geliefert. Aus dem Gebiet, in das israelische Truppen eingedrungen seien, waren den libanesischen Angaben zufolge "heftige Explosionen" zu hören.

Die Hisbollah erklärte, ihre Kämpfer lieferten sich Gefechte mit israelischen Soldaten am östlichen Stadtrand von Bint Dschbeil. Dort war es bereits in früheren Kriegen zu heftigen Kämpfen gekommen.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte in den vergangenen Wochen mehrfach vom Einrichten einer "Sicherheitszone" im Südlibanon bis zum Litani-Fluss gesprochen, der etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt verläuft. Ziel ist es demnach, Angriffe aus dem Libanon mit Raketen und Drohnen auf Städte und Dörfer im Norden Israels zu verhindern.

Laut "Haaretz" zielt der derzeitige Einsatz darauf ab, den Beschuss nordisraelischer Ortschaften mit Panzerabwehrraketen zu verhindern, die eine geschätzte Reichweite von etwa zehn Kilometern haben.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf das Nachbarland ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Seit Beginn des Iran-Kriegs wurden jüngsten libanesischen Angaben zufolge 1530 Menschen bei israelischen Luftangriffen getötet, unter ihnen 130 Kinder. Mehr als 4800 Menschen wurden der aktuellen Bilanz des Gesundheitsministeriums zufolge zudem verletzt. Mehr als eine Million Menschen sind in dem Land auf der Flucht.

Israels Armeechef Ejal Samir hatte am Sonntag gesagt, die israelische Armee greife die Hisbollah "entschlossen, umfassend und an mehreren Fronten an". Es seien "mehr als 1000 Hisbollah-Terroristen eliminiert" worden. Die Entwaffnung der mit dem Iran verbündeten Miliz sei weiterhin das "oberste Ziel" Israels im Libanon.

(L.Møller--DTZ)

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