Deutsche Tageszeitung - Spritpreiskrise: 51 Prozent der Deutschen für zeitlich begrenztes Tempolimit

Spritpreiskrise: 51 Prozent der Deutschen für zeitlich begrenztes Tempolimit


Spritpreiskrise: 51 Prozent der Deutschen für zeitlich begrenztes Tempolimit
Spritpreiskrise: 51 Prozent der Deutschen für zeitlich begrenztes Tempolimit / Foto: © AFP/Archiv

Langsamer fahren spart Sprit - in der aktuellen Preiskrise spricht sich einer Umfrage zufolge gut die Hälfte der Deutschen für ein zeitlich begrenztes Tempolimit auf Autobahnen und Landstraßen aus. Wie der "Stern" am Dienstag berichtete, bejahten 51 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger die Frage nach dieser Maßnahme zur Reduzierung des Energieverbrauchs, 48 Prozent sprachen sich dagegen aus, ein Prozent machte keine Angabe.

Textgröße ändern:

Das Institut Forsa befragte am 9. und 10. April tausend Deutsche zu dem Thema und gab dabei auch die Begrenzungen vor: 120 Stundenkilometer auf der Autobahn und 80 Stundenkilometer auf Landstraßen. Deutliche Unterschiede bei den Antworten gab es je nach Geschlecht. Während mit 63 Prozent deutlich mehr Frauen ein temporäres Tempolimit befürworten, sind es bei den Männern nur 37 Prozent.

Auch bei den über 60-Jährigen war die Zustimmung zu einem Limit mit 62 Prozent deutlich höher, bei den 30- bis 59-Jährigen und damit der Altersgruppe mit den meisten Beschäftigten, befürwortet dagegen nur eine Minderheit den Vorschlag. Die mit Abstand größte Unterstützung findet die Idee eines Tempolimits bei den Anhängern der Grünen und der Linken mit jeweils 82 Prozent. Am wenigsten sind die Anhänger der AfD dafür (19 Prozent).

Unter anderem die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hatte eine Tempobegrenzung als Maßnahme gegen die Energiekrise vorgeschlagen. Die Ökonomin sitzt im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Grimm hält die bisherigen Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise für wenig wirksam. Die Bundesregierung hatte am Montag angekündigt, die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel für zwei Monate um 17 Cent pro Liter zu senken.

Derzeit ist Deutschland das einzige Land in der EU, in dem kein generelles Tempolimit auf Autobahnen gilt.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Nach CDU-Wahldesaster in Sachsen-Anhalt: Landesvorstand zieht Konsequenzen

Nach dem Debakel der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zieht der Landesvorstand der Partei Konsequenzen. "Wir werden die Partei neu aufstellen", sagte Ministerpräsident und CDU-Landeschef Sven Schulze am Montagabend nach einer Vorstandssitzung in Magdeburg. Auf einem Sonderparteitag voraussichtlich im November oder Dezember "wird der gesamte Landesvorstand neu gewählt".

Tausende demonstrieren in Berlin nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben in Berlin tausende Menschen gegen den Wahlsieger AfD protestiert. Zu einer Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin kamen am Montagabend rund 5000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Das Netzwerk Campact, das zusammen mit Fridays for Future unter dem Motto "Zeit zum Handeln: AfD stoppen" zum Protest in Berlin aufgerufen hatte, nannte die Zahl von 14.000 Teilnehmern.

Finnland errichtet 200 Kilometer langen Zaun an Grenze zu Russland

Zur Abschreckung von illegalen Migranten aus Russland hat Finnland einen 200 Kilometer langen Zaun an der gemeinsamen Grenze errichtet. Dieser sei Bestandteil der Grenzsicherung und solle neben einer Überwachung auch dabei helfen, "Menschen bei Bedarf vom finnischen Hoheitsgebiet fernzuhalten", sagte Innenministerin Mari Rantanen am Montag bei einer Veranstaltung nahe des Grenzübergangs Nuijamaa im Südosten des Landes. Der Stacheldrahtzaun ist 4,5 Meter hoch und mit Kameras und Sensoren ausgestattet.

Roboter demonstrieren in Warschau für Regulierung von Künstlicher Intelligenz

Ungewöhnlicher Protest in Warschau: Rund 30 Roboter haben am Montag vor dem polnischen Digitalministerium für eine Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt demonstriert. Sie schwenkten Fahnen, "skandierten" Parolen und marschierten im Kreis. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative Democratism, die ihrer Website zufolge eine Debatte darüber anstoßen will, "wie KI und Robotisierung den Arbeitsmarkt betreffen".

Textgröße ändern: