Pistorius: US-Truppenpräsenz in Europa bleibt in beidseitigem Interesse
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat mit Blick auf den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Truppenabzug das beidseitige Interesse an der weiteren Stationierung des US-Militärs betont. "Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA", sagte Pistorius laut Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin vom Samstagmorgen. Eine gewisse Truppenreduzierung sei allerdings ohnehin erwartet worden.
"Dass die USA Truppen aus Europa und auch aus Deutschland abziehen würden, war absehbar", sagte Pistorius. Die Rede sei nun von 5000 US-Soldatinnen und Soldaten von insgesamt fast 40.000, die aktuell in Deutschland stationiert seien. Die intensive militärische Kooperation mit den USA gehe aber weiter.
"Mit den Amerikanern arbeiten wir eng zusammen, in Ramstein, in Grafenwöhr, in Frankfurt und anderswo, für Frieden und Sicherheit in Europa, für die Ukraine und zur gemeinsamen Abschreckung", betonte Pistorius. "Die USA bündeln hier aber auch andere militärische Funktionen, etwa für ihre sicherheitspolitischen Interessen in Afrika und im Mittleren Osten."
Der Bundesverteidigungsminister stellte aber auch erneut klar: "Wir müssen innerhalb der Nato europäischer werden, um transatlantisch bleiben zu können." Die europäischen Nato-Staaten müssten "mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen". Deutschland sei hier auch auf einem guten Weg: "Unsere Bundeswehr wird größer, wir beschaffen schneller mehr Material und setzen dabei auf Innovationen, und wir bauen mehr Infrastruktur." Das künftige Vorgehen soll eng mit den Verbündeten abgestimmt werden, insbesondere mit Großbritannien, Frankreich, Polen und Italien.
Trump hatte am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt: "Die USA prüfen und evaluieren derzeit eine mögliche Verringerung der Truppenpräsenz in Deutschland." Eine Entscheidung darüber solle "in Kürze getroffen werden". Trump verband dies mit Kritik an der Bundesregierung wegen deren Haltung zum Iran-Krieg. Vor Pistorius hatte sich auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) gelassen zu den Ankündigungen Trumps geäußert.
(I.Beryonev--DTZ)