Deutsche Tageszeitung - Ausbau der Solarenergie in Deutschland deutlich verlangsamt

Ausbau der Solarenergie in Deutschland deutlich verlangsamt


Ausbau der Solarenergie in Deutschland deutlich verlangsamt
Ausbau der Solarenergie in Deutschland deutlich verlangsamt / Foto: © AFP

Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland hat sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich verlangsamt. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) am Samstag in Berlin mitteilte, wurden im ersten Quartal 2026 neue Anlagen mit einer Leistung von 3,5 Gigawatt-Peak in Betrieb genommen - etwa sechs Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Verband warnte angesichts dieser Entwicklung eindringlich vor Kürzungen der Solarförderung.

Textgröße ändern:

"Wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse tritt, schadet dem Wirtschaftsstandort und drosselt den in der Bevölkerung beliebtesten Energiepreisdämpfer", erklärte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Er wandte sich damit insbesondere gegen Gesetzespläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die für neu installierte kleine Solaranlagen ab 2027 die sogenannte Einspeisevergütung komplett streichen möchte.

Einen Rückgang um 21 Prozent gab es laut BSW-Solar von Januar bis März 2026 im sogenannten Heimsegment, wie etwa Dachanlagen auf Wohngebäuden. Bei Dachanlagen auf gewerblich genutzten Gebäuden betrug der Rückgang sogar 33 Prozent, verglichen mit dem ersten Quartal 2025. Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen habe es hingegen einen Zuwachs um 20 Prozent gegeben.

Für die nächsten Wochen rechnet BSW-Solar mit einer zumindest leichten Belebung der Nachfrage infolge der aktuellen Energiekrise. Außerdem dürfte es Vorzieheffekte wegen der drohenden Einschnitte bei der Förderung durch die schwarz-rote Bundesregierung geben. "Eine vorübergehende solare Sonderkonjunktur, sollte sie kommen, ersetzt keine verlässlichen Investitionsbedingungen", warnte jedoch Körnig.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Angriffe auf Umspannwerke: Amprion-Chef will für Unternehmen mehr Befugnisse

Angesichts von Angriffen auf das Stromnetz in Deutschland hat der Chef des Netzbetreibers Amprion, Christoph Müller, die Lockerung mehrerer Vorschriften gefordert, damit Unternehmen sich besser schützen können. So sollte der Bund Drohnenüberflüge erlauben - "Drohnen sind eine Chance, die wir derzeit nur in sehr speziellen Fällen nutzen dürfen", sagte Müller der "Rheinischen Post" vom Samstag. Drohnen könnten regelmäßig Leitungen abfliegen und überwachen - "das dürfen wir bislang nicht".

CDU im Saarland wählt Landeschef Toscani als Spitzenkandidat für Landtagswahl

Die CDU im Saarland hat ihren Landesvorsitzenden Stephan Toscani zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden April gewählt. Bei einer Landesvertreterversammlung in Eppelborn bekam der 59-Jährige nach Parteiangaben am Freitagabend 91,3 Prozent der Stimmen. Toscani ist seit 2022 CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzender im Saarland. Er ist damit Oppositionsführer im Landtag.

US-Gesandte Kushner und Witkoff am Wochenende mit Ukraine-Vorschlag in Moskau und Kiew

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine angekündigt. Seine Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff würden mit einem Vorschlag "zur Beendigung des Kriegs" am Wochenende Moskau und Kiew besuchen, teilte Trump am Freitag mit. Der US-Präsident zeigte sich zudem sicher, dass Russland nach deutschen Vorwürfen wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig/Halle die Nato nicht angreifen werde.

Trump: Putin will Nato nicht angreifen - Gesandte mit Ukraine-Plan unterwegs

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. "Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines AFP-Reporters.

Textgröße ändern: