Deutsche Tageszeitung - Rubio: Trump hat noch nicht über Folgen für Iran-Krieg-kritische Verbündete entschieden

Rubio: Trump hat noch nicht über Folgen für Iran-Krieg-kritische Verbündete entschieden


Rubio: Trump hat noch nicht über Folgen für Iran-Krieg-kritische Verbündete entschieden
Rubio: Trump hat noch nicht über Folgen für Iran-Krieg-kritische Verbündete entschieden / Foto: © POOL/AFP

US-Präsident Donald Trump hat nach den Worten von Außenminister Marco Rubio noch nicht über den Umgang mit verbündeten Ländern entschieden, die der US-Armee die Nutzung von US-Stützpunkten für Angriffe auf Ziele im Iran verweigert haben. "In letzter Instanz wird der Präsident darüber entscheiden - und das hat er noch nicht", sagte Rubio am Freitag bei einem Besuch in Rom.

Textgröße ändern:

Die Möglichkeit, Streitkräfte in Europa zu stationieren und von hier aus einzusetzen, sei "einer der Hauptgründe, warum die USA in der Nato sind", führte Rubio zu der Frage aus, ob die USA über einen Rückzug aus dem Verteidigungsbündnis nachdenken. Falls das jetzt nicht mehr der Fall sei, "ist das ein Problem und muss untersucht werden".

Trump hatte Italien und Spanien mit dem Abzug von US-Truppen gedroht, weil die beiden Länder dem US-Militär verboten hatten, US-Stützpunkte für Angriffe im Iran-Krieg zu nutzen. Während eine Entscheidung über mögliche Konsequenzen in diesen Fällen laut Rubio noch aussteht, hatte das US-Verteidigungsministerium unlängst den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland angekündigt - laut Trump sollen es noch deutlich mehr sein. Der Teilabzug aus Deutschland sei aber "schon vorher geplant" gewesen und nur eine Rückkehr auf das Niveau von 2022, sagte Rubio nun in Rom.

"Wir müssen unsere Ressourcen auf der ganzen Welt immer auf Grundlage des nationalen Interesses verteilen", sagte Rubio dazu. "Obwohl wir vielleicht das mächtigste Land der Welt sind und über die meisten Ressourcen verfügen, sind unsere Ressourcen nicht unbegrenzt."

Im Fall Italiens geht es konkret um den Stützpunkt Sigonella auf Sizilien. Den bilateralen Vereinbarungen zufolge darf die US-Armee die Luftwaffenbasis nur für logistische Zwecke nutzen. Wegen der Weigerung Italiens hatte Trump über die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gesagt, er sei "enttäuscht über ihren Mangel an Mut".

Rubio war am Donnerstag von Papst Leo XIV. im Vatikan empfangen worden und traf am Freitag auch mit Meloni zusammen. Mit ihr habe er aber nicht ausführlich über einen möglichen Truppenabzug gesprochen, erklärte Rubio im Anschluss. Meloni wiederum hatte am Dienstag beim EU-Armenien-Gipfel gesagt, die Entscheidung liege nicht in ihrer Hand.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Spendenskandal: Politiker von rechtspopulistischer Partei Reform UK zurückgetreten

Zwei hochrangige Vertreter der rechtspopulistischen Partei Reform UK in Großbritannien sind im Zuge eines Spendenskandals zurückgetreten. Der langjährige Vertraute von Parteichef Nigel Farage, Dan Jukes, und der Politikchef der Partei, James Orr, traten am Freitag zurück, wie Reform UK bekanntgab. Die Partei teilte auch mit, dass sie eine interne Untersuchung zu den Vorwürfen gestartet habe, die durch eine Undercover-Recherche des Senders Channel 4 News ans Licht gekommen waren.

Trump: Europäer sollen US-Rüstungshilfen für Ukraine nachträglich bezahlen

US-Präsident Donald Trump verlangt von den Europäern, dass sie nachträglich die von seinem Vorgänger Joe Biden geleisteten US-Rüstungshilfen für die Ukraine bezahlen. In einem Beitrag in seinem Onlinedienst Truth Social schrieb Trump am Freitag: "Hunderte Milliarden Dollar sind der Ukraine und der Nato gegeben worden, gratis, die von Europa bezahlt worden wären - wenn man das nur verlangt hätte, aber wir werden dieses Geld verlangen, auch mit ein bisschen Verspätung."

Anschläge auf Umspannwerke: Polizeieinsätze und Fahndung nach Verdächtigem

Ein Mann soll sich zu den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg bekannt haben - nun wird nach ihm gefahndet. Ein Sprecher der Kölner Polizei bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, dass ein Bekennerschreiben vorliege. "Wir gehen den Hinweisen nach." Am Freitagmittag liefen Polizeieinsätze in Nordrhein-Westfalen, wie eine Sprecherin mitteilte.

BSW-Austritte in Thüringen: Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden. Der Zeitpunkt sei so gewählt worden, um dem BSW "vor der Wahl in Sachsen-Anhalt maximal zu schaden", erklärte Wagenknecht im Online-Dienst X. "Offensichtlich soll der Einzug der einzigen konsequenten Friedenspartei in den Landtag von Sachsen-Anhalt verhindert werden."

Textgröße ändern: