Deutsche Tageszeitung - USA stoppen Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen

USA stoppen Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen


USA stoppen Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen
USA stoppen Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Die USA haben die geplante Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen gestoppt. Der Chef des Europakommandos der US-Armee, Alexus Grynkewich, habe "Anweisungen zur Reduzierung der Truppenstärke" erhalten, sagte der amtierende Stabschef der US-Armee, General Christopher LaNeve, am Freitag bei einer Anhörung im Kongress. Es sei beschlossen worden, "dass die Kampfbrigade nicht in das Einsatzgebiet entsandt wird".

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Nach Angaben von US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll wurde die Entscheidung "vor einigen Tagen" getroffen. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon kritisierte, dass die polnische Regierung vorab nicht darüber informiert worden sei. Er nannte die abgesagte Truppenentsendung "eine Blamage für unser Land". Die demokratische Abgeordnete Marilyn Strickland kritisierte die Maßnahme ebenfalls. Es könne der Eindruck entstehen, "dass wir kein verlässlicher Verbündeter sind", sagte sie.

Die USA hatten Anfang Mai angekündigt, binnen eines Jahres 5000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. US-Präsident Donald Trump erklärte später, Washington werde die Zahl "noch deutlich stärker reduzieren".

Rund 68.000 US-Soldaten sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums dauerhaft in Europa stationiert. Tausende weitere sind im Rotationsprinzip im Einsatz, vor allem in Staaten an der Nato-Ostflanke.

Trump hat die europäischen Verbündeten wiederholt dafür kritisiert, den USA im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend beizustehen. Die Entscheidung zum Abzug der US-Soldaten aus Deutschland fiel vor dem Hintergrund der Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der den US-Präsidenten mit seiner Kritik am Irak-Krieg verärgert hatte.

Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz äußerte am Freitag die Vermutung, die gestoppte Entsendung der US-Kampfbrigade könnte mit dem angekündigten Truppenabzug in Deutschland zusammenhängen. "Wenn eine andere Brigade als die ursprünglich geplante nach Polen entsandt wird - vielleicht die aus Deutschland - und 5000 Soldaten Deutschland in Richtung Polen verlassen (...), ändert sich an den Sicherheitsgarantien nichts", sagte Kosiniak-Kamysz.

(G.Khurtin--DTZ)

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