Deutsche Tageszeitung - Korruptionsfall um Oberstaatsanwalt: Kein Schadenersatz für Land Hessen

Korruptionsfall um Oberstaatsanwalt: Kein Schadenersatz für Land Hessen


Korruptionsfall um Oberstaatsanwalt: Kein Schadenersatz für Land Hessen
Korruptionsfall um Oberstaatsanwalt: Kein Schadenersatz für Land Hessen / Foto: © AFP/Archiv

Im Korruptionsfall rund um einen hessischen Oberstaatsanwalt bekommt das Land keinen Schadenersatz von einem verurteilten Unternehmer. Bestechung begründet keinen solchen Anspruch, wie das Landgericht Frankfurt am Main am Montag mitteilte. Dieser Straftatbestand solle das Vertrauen der Allgemeinheit in die Integrität öffentlicher Ämter schützen, nicht die Vermögensinteressen des Staats sichern.

Textgröße ändern:

In dem Korruptionsprozess war der Oberstaatsanwalt im Mai 2023 verurteilt worden, das Urteil wurde inzwischen rechtskräftig. Das Landgericht hatte ihn wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung schuldig gesprochen und eine Strafe von sechs Jahren Haft verhängt.

Der frühere Beamte hatte eine Zentralstelle zur Bekämpfung von Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen geleitet. Zwischen 2007 und 2020 nahm er dem Urteil zufolge von einem befreundeten Unternehmer Bestechungsgelder in Höhe von mehr als einer halben Million Euro an. Im Gegenzug beauftragte er die Firmen seines Freunds mit der Erstellung von Expertengutachten und der technischen Aufbereitung beschlagnahmter Daten in den von seiner Zentralstelle geführten Verfahren.

Dabei prüfte er nicht, ob andere Unternehmen diese Leistung auch hätten erbringen können. Der Staatsanwalt veranlasste Auszahlungen der Justizkasse, obwohl er wusste, dass die Rechnungen ungerechtfertigt oder überhöht waren. Dadurch entstand der Staatskasse dem Urteil von 2023 zufolge ein Schaden von rund 550.000 Euro.

Der mitangeklagte Unternehmer wurde wegen Bestechung und Subventionsbetrugs zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Land Hessen klagte außerdem gegen ihn und forderte Schadenersatz in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro für Vergütungen, die für die Gutachten gezahlt worden waren. Diese Klage wurde aber nun abgewiesen. Das Gericht verwies darauf, dass der Mann keine Untreue und auch keine Beihilfe dazu begangen habe.

Außerdem seien die eingeholten Gutachten tatsächlich genutzt worden. "So verwerflich das zwischen dem Beklagten und dem Oberstaatsanwalt ausgehandelte Konstrukt auch erscheint und so sehr das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Lauterkeit des öffentlichen Dienstes verletzt worden ist, kann daraus nicht auf eine sittenwidrige Schädigung des klagenden Landes geschlossen werden", erklärten die Richterinnen und Richter.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Dobrindt warnt vor Drohnenangriffen auf Bundestag und weitere Verfassungsorgane

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht eine gestiegene Gefahr möglicher Drohnenangriffe auf den Deutschen Bundestag und die Gebäude weiterer Verfassungsorgane. In einem Brief an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) schreibt Dobrindt laut "Rheinischer Post" (Samstagausgabe), die wachsende Zahl von Drohnensichtungen in den vergangenen Monaten habe die Sicherheitsbehörden verstärkt sensibilisiert. Zum Schutz der Liegenschaften der Verfassungsorgane des Bundes bedürfe es seines Erachtens "einer konstanten Drohnenabwehrfähigkeit".

Teheran: Vereinbarung mit den USA könnte "in den kommenden Tagen" unterzeichnet werden

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat sich optimistisch über eine baldige Einigung auf eine Friedensvereinbarung mit den USA gezeigt. "Sobald die letzten Phasen unserer Verhandlungen abgeschlossen sind, wird dieses Abkommen unterzeichnet und bekanntgegeben", sagte Araghtschi am Freitagabend im iranischen Staatsfernsehen.

Pakistan: USA und der Iran verständigen sich auf Endfassung von Friedensvereinbarung

Die USA und der Iran haben sich nach Angaben des Vermittlers Pakistan auf die abschließende Fassung einer Friedensvereinbarung geeinigt. "Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens vorliegt", erklärte der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif am Freitag. Ein US-Regierungsvertreter sagte, Washington gehe zu "80 bis 85 Prozent" davon aus, dass in den kommenden Tagen ein Friedensabkommen mit dem Iran unterzeichnet werde.

Rekord-Börsengang von SpaceX macht Musk zum ersten Billionär

Raketenstart für Elon Musk in New York: Sein Raumfahrtkonzern SpaceX hat mit dem Börsengang alle bisherigen in den Schatten gestellt und Musk zum ersten Billionär der Welt gemacht. Der Wert der SpaceX-Aktie schoss am Freitag in New York zwischenzeitlich um mehr als 30 Prozent auf 175 Dollar (152 Euro) nach oben. Der Konzern schreibe damit "Geschichte", hatte SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell zu Handelsbeginn vorausgesagt.

Textgröße ändern: