Einbürgerungen steigen 2025 auf neuen Höchststand
Die Zahl der Einbürgerungen hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte, erwarben 2025 rund 332.500 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit. Am häufigsten erhielten erneut Menschen aus Syrien den deutschen Pass, danach folgten - jedoch mit deutlichem Abstand - Einbürgerungen von Menschen mit türkischer und russischer Staatsangehörigkeit.
Seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000 wurden nie mehr als 300.000 Menschen pro Jahr eingebürgert. Ihre Zahl nahm 2025 um 40.500 oder 14 Prozent zu. Die Anzahl der Einbürgerungen stieg damit im fünften Jahr in Folge.
Am häufigsten waren den Angaben zufolge sogenannte Regelfalleinbürgerungen, die eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren in Deutschland voraussetzen sowie Miteinbürgerungen von Ehepartnern und -partnerinnen sowie von Kindern. Insgesamt verteilten sich 91 Prozent aller Fälle auf diese beiden Einbürgerungsarten.
Quasi keine Rolle spielte im vergangenen Jahr die mittlerweile abgeschaffte Turbo-Einbürgerung mit verkürzter Aufenthaltsdauer aufgrund besonderer Integrationsleistungen. Lediglich 1500 Menschen wurden noch innerhalb dieser zu Ende Oktober gestrichenen Möglichkeit eingebürgert, das war weniger als ein Prozent aller Einbürgerungen.
Die Turbo-Einbürgerung war 2024 durch die Ampel-Regierung eingeführt worden. Sie ermöglichte bei besonderen Integrationsleistungen - etwa im Beruf oder über ein Ehrenamt - die Einbürgerung schon nach drei Jahren. Damals wurde auch die Regelwartefrist vor der Einbürgerung von acht auf fünf Jahre verkürzt. Die schwarz-rote Regierung schaffte im vergangenen Jahr zwar die Turbo-Einbürgerung ab, behielt aber die verkürzte Regelwartedauer bei.
Allein ein Fünftel der Eingebürgerten waren 2025 Menschen aus Syrien, wie die Wiesbadener Statistiker mitteilten. Hier gab es 65.600 Einbürgerungen. Im Vergleich zu 2024 sank die Zahl aber um rund 21 Prozent.
Eingebürgert wurden auch 34.100 türkische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger - sie waren die zweitgrößte Herkunftsgruppe. Dass ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte anstieg, dürfte nach Einschätzung des Bundesamts an der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts 2024 liegen. Seitdem ist es grundsätzlich möglich, die bisherige Staatsbürgerschaft zu behalten.
Drittgrößte Gruppe waren Staatsbürger aus Russland. Bei ihnen gab es 19.700 Einbürgerungen. Auch hier stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte.
Einen besonders starken Anstieg gab es bei Menschen aus Bosnien-Herzegowina (8800 Einbürgerungen, plus 126 Prozent). Auch aus den USA wurden mit 6600 doppelt so viele Menschen eingebürgert wie noch 2024. Dies gilt auch für albanische Staatsbürger, von denen im vergangenen Jahr 6100 den deutschen Pass erhielten.
Erstmals wurde in der Statistik auch die Zahl der Einbürgerungsanträge ausgewiesen. Demnach beantragten im vergangenen Jahr 467.400 Menschen den deutschen Pass. Zahlen für die Vorjahre liegen nicht vor, so dass sich nicht sagen lässt, wie viele Einbürgerungsanträge insgesamt derzeit noch bearbeitet werden. Die Bearbeitung der Anträge durch die zuständigen Behörden kann sich über mehr als ein Jahr hinziehen.
Erledigt wurden 2025 der Behörde zufolge 371.100 Einbürgerungsverfahren. In 90 Prozent der Fälle endeten sie den Angaben zufolge mit dem Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft. Weitere fünf Prozent der Antragssteller zogen ihren Antrag zurück, in etwa drei Prozent der Fälle wurde der Antrag abgelehnt. Die restlichen Fälle erledigten sich etwa durch den Tod des Antragsstellers oder durch den Wegzug ins Ausland.
(V.Sørensen--DTZ)