Deutsche Tageszeitung - Anthropic-Sperre: Merz fordert Zugang zu neuen Technologien "für alle Länder"

Anthropic-Sperre: Merz fordert Zugang zu neuen Technologien "für alle Länder"


Anthropic-Sperre: Merz fordert Zugang zu neuen Technologien "für alle Länder"
Anthropic-Sperre: Merz fordert Zugang zu neuen Technologien "für alle Länder" / Foto: © AFP

Nach der Sperre von zwei KI-Modellen des US-Unternehmens Anthropic hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen freien Zugang zu neuen Technologien gefordert. "Das Potenzial dieser neuen Technologien sollte für alle Länder zugänglich sein", sagte Merz am Mittwoch am Rande des G7-Gipfeltreffens im französischen Evian. Dort stand am Mittag ein Arbeitsessen mit Vertretern der KI-Industrie auf dem Programm, an dem auch Anthropic-Chef Dario Amodei teilnehmen sollte.

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"Wir werden darüber mit dem Unternehmen sprechen, aber wir werden auch eine intensive Debatte mit der US-Regierung haben", betonte Merz. Die G7-Finanzminister sollten in dieser Sache das Gespräch mit der US-Regierung suchen.

"Dies zeigt aber auch, wie sehr Europa bei diesen Technologien hinterherhinkt", räumte Merz ein. Europa müsse in dieser Hinsicht dringend aufholen und zugleich mit der US-Regierung zusammenarbeiten, fügte er hinzu.

Anthropic hatte seine Modelle Mythos und Fable am Samstag gesperrt und seine Entscheidung mit einer Anweisung der US-Behörden begründet, die ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf die beiden Modelle untersage. Da Anthropic seine Nutzer nicht nach ihrer Nationalität unterscheiden könne, habe das Unternehmen beide Dienste deaktiviert.

Das Modell Mythos kann Lücken in Cybersicherheitssystemen finden und ausnutzen, laut Experten mit bisher unerreichter Geschwindigkeit. Anthropic hat die testweise Nutzung auf wenige Partner beschränkt, darunter die US-Regierung und ausgewählte Unternehmen. Fable ist die allgemein zugängliche - und in ihren Funktionen eingeschränkte - Version des Modells.

Die großen KI-Modelle kommen derzeit aus den USA, wo Milliardeninvestitionen in die Branche fließen. Die EU will zwar unabhängiger werden, bislang fehlen nach Einschätzung der EU-Kommission aber unter anderem die Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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