Deutsche Tageszeitung - Britischer Premier Starmer bietet innerparteilichem Rivalen Burnham Kabinettsposten an

Britischer Premier Starmer bietet innerparteilichem Rivalen Burnham Kabinettsposten an


Britischer Premier Starmer bietet innerparteilichem Rivalen Burnham Kabinettsposten an
Britischer Premier Starmer bietet innerparteilichem Rivalen Burnham Kabinettsposten an / Foto: © POOL/AFP

Einen Tag vor einer potenziell bedeutsamen Nachwahl in Nordwestengland ist der unter Druck stehende britische Premierminister Keir Starmer auf seinen innerparteilichen Rivalen Andy Burnham zugegangen. Sollte der derzeitige Bürgermeister von Greater Manchester erneut ins Parlament einziehen, sollte er "eine wichtige Rolle in der Regierung" spielen, sagte Starmer dem Sender Sky News am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian.

Textgröße ändern:

Der Labour-Politiker Burnham sei ein "großartiger Bürgermeister", sagte Starmer. Im Falle eines Siegs bei der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield werde der 56-Jährige "ein fantastischer Gewinn für unsere Partei und für das Land sein", sagte Labour-Chef Starmer. Gleichzeitig zeigte sich der Premierminister kämpferisch: "Ich werde nicht gehen, ich werde kämpfen", sagte Starmer Sky News.

Der Premier, der im Juli 2024 sein Amt angetreten hatte, steht vor allem seit der krachenden Labour-Niederlage bei den Regional- und Kommunalwahlen Anfang Mai unter massivem Druck. Bei vielen Wählern ist er unbeliebt. Einen auch aus den eigenen Reihen geforderten Rücktritt lehnt Starmer ab.

Der Starmer-Kritiker Burnham, der schon von 2001 bis 2017als Abgeordneter im Unterhaus saß, will bei der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield den Parlamentssitz gewinnen, um anschließend für den Labour-Vorsitz und das Amt des Premierministers zu kandidieren. Gemäß den Regularien kann er dies nur als Abgeordneter. Der Labour-Abgeordnete Josh Simons zog sich eigens zurück, um seinem Parteifreund Burnham einen Weg zurück ins Unterhaus zu ebnen.

Mittlerweile erklärte auch der im Mai zurückgetretene Gesundheitsminister und Starmer-Kritiker Wes Streeting, er sei "bereit" für eine Kandidatur. Er habe ausreichend Unterstützer beisammen, sagte er am Mittwoch. Zuvor hatte er bereits seine Absicht bekundet, Starmer das Amt als Partei- und Regierungschef streitig zu machen.

"Wir können nicht mit dieser Unsicherheit und Lähmung weitermachen, es muss Wettbewerb geben", sagte Streeting nun dem Sender BBC. Genauere Angaben zu einem Zeitplan machte er nicht. Starmer solle "ein wenig Raum und Zeit bekommen, um am Wochenende nachzudenken", sagte Streeting. Er fügte hinzu: "Mir wäre lieber, der Premierminister trifft selbst eine Entscheidung, als dass er es mir, Andy (Burnham) oder irgendjemand anderem überlässt, einen Wettbewerb auszulösen."

Auch der ehemalige Verteidigungsminister John Healey, der bis zu seinem überraschenden Rücktritt in der vergangenen Woche als loyal gegenüber Starmer galt, wird als potenzieller Starmer-Herausforderer gehandelt.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Referendum in Island: Gegner von EU-Beitrittsverhandlungen kurz vor Auszählungsende vorne

Beim Referendum in Island über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union liegen die Gegner kurz vor dem Ende der Auszählungen vorne. Sie lagen am Sonntag laut Online-Auszählung mit 51,8 Prozent vor den Befürwortern, die auf 48,2 Prozent kamen. Es standen nur noch einige Stimmen aus zwei von Islands sechs Wahlkreisen aus.

Junta im Niger schlägt Aufstand von Soldaten mit Hilfe Russlands nieder

Mit Hilfe Russlands hat die Junta im westafrikanischen Niger einen Aufstand meuternder Soldaten niedergeschlagen. Nach Gefechten in mehreren Vierteln der Hauptstadt Niamey brachte die Präsidentengarde am Samstagabend einen wichtigen Militärstützpunkt unter ihre Kontrolle und beendete damit den Aufstand, wie aus mehreren Quellen verlautete. Der Niger wird von Militärmachthaber Abdourahmane Tiani regiert. Unter seiner Regierung hat sich das Land von Frankreich und anderen westlichen Partnern abgewandt und mit Russland verbündet.

Referendum in Island über EU-Beitrittsverhandlungen beendet

In Island ist das Referendum über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union beendet. Die Wahllokale in dem Inselstaat im Nordatlantik schlossen in der Nacht zum Sonntag um Mitternacht. Bis das Ergebnis vorliegt könnten mehrere Stunden vergehen, es wurde mit einem äußerst knappen Ausgang gerechnet.

Ehemaliger Trump-Unterstützer aus den USA abgeschoben

Die USA haben den ehemaligen Trump-Unterstützer und Rechtsaußen-Kommentator Milo Yiannopoulos in sein Heimatland Großbritannien abgeschoben. Der 41-Jährige sei ausgewiesen worden, teilte die US-Regierung am Samstag in Washington mit. Yiannopoulos hatte US-Präsident Donald Trump in dessen erster Amtszeit unterstützt, sich später aber gegen den Rechtspopulisten gewandt. Bis heute verteidigt er allerdings dessen rigorose Abschiebepolitik gegen Migranten.

Textgröße ändern: