Deutsche Tageszeitung - US-Notenbank lässt Leitzins auch unter Trump-nahem neuen Chef unverändert

US-Notenbank lässt Leitzins auch unter Trump-nahem neuen Chef unverändert


US-Notenbank lässt Leitzins auch unter Trump-nahem neuen Chef unverändert
US-Notenbank lässt Leitzins auch unter Trump-nahem neuen Chef unverändert / Foto: © AFP

Die US-Notenbank lässt den Leitzins auch unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh unverändert. Er bleibt in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent, wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch nach ihrer ersten Sitzung unter Warshs Leitung mitteilte. Präsident Donald Trump hatte den 56-Jährigen in der Erwartung nominiert, dass Warsh den Leitzins deutlich senkt und damit Kredite verbilligt.

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Dem kam die Fed jedoch vorerst nicht nach. Die Entscheidung der zwölf zuständigen Notenbankmitglieder für einen stabilen Leitzins fiel einstimmig, wie es in der Erklärung hieß - das war seit rund einem Jahr nicht mehr vorgekommen.

Warsh sagte vor Journalisten, der Leitzins-Ausschuss der Fed werde weiterhin "für Preisstabilität sorgen", wie es das Mandat der Notenbank vorsieht. Der 56-Jährige hatte Ende Mai die Nachfolge des langjährigen Fed-Chefs Jerome Powell angetreten. Trump hatte Powell immer wieder als "Versager" beschimpft, weil er sich nicht für die gewünschte Absenkung des Leitzinses einsetze.

Der KfW-Experte Stephan Bales sah Warsh deshalb vor einem "Balanceakt". Die Entscheidung der Fed fiel angesichts deutlich gestiegener Verbraucherpreise in den USA. Die Inflation war durch den Ölpreisschock im Iran-Krieg im Mai auf ein Drei-Jahres-Hoch von 4,2 Prozent gestiegen. Zugleich zeigte sich der Arbeitsmarkt robuster als erwartet. Das lasse "Zinssenkungen auf absehbare Zeit unwahrscheinlich erscheinen", erklärte Bales.

Warsh bekräftigte zugleich vor Journalisten seine Absicht, einen Kurswechsel bei der Fed herbeizuführen und ein "neues Kapitel" aufzuschlagen. Er kündigte Reformen in fünf Schlüsselbereichen an, die nach seinen Worten einen "frischen Blick" benötigen. Dazu setzte er Arbeitsgruppen ein, die bis spätestens zum Jahresende Ergebnisse vorlegen sollen.

Änderungen will der neue Fed-Vorstand etwa bei der Kommunikation der Notenbank vornehmen - er setzt auf weniger öffentliche Äußerungen zu künftigen Leitzinsentscheidungen. Umgestalten will Warsh zudem die Bilanz der Fed, die Nutzung von Datenquellen, ihren Umgang mit den Themen Produktivität und Beschäftigung sowie mit der Inflation.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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