Deutsche Tageszeitung - 100 Guerilla-Kämpfer in Kolumbien legen ihre Waffen nieder

100 Guerilla-Kämpfer in Kolumbien legen ihre Waffen nieder


100 Guerilla-Kämpfer in Kolumbien legen ihre Waffen nieder
100 Guerilla-Kämpfer in Kolumbien legen ihre Waffen nieder / Foto: © AFP

Wenige Tage vor der Stichwahl um die kolumbianische Präsidentschaft haben rund 100 bewaffnete Kämpfer im Süden Kolumbiens ihre Waffen niedergelegt. Basierend auf einer Friedensvereinbarung mit dem scheidenden Präsidenten Gustavo Petro gaben die in Tarnfleck gekleideten Guerilla-Kämpfer am Donnerstag in der südwestkolumbianischen Region Putumayo ihre Schusswaffen ab, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP. Der linksgerichtete Präsident Petro hatte sich angesichts zunehmender Gewalt in Kolumbien um Frieden durch Dialog mit bewaffneten Kämpfern bemüht.

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Bei den Kämpfern handelte es sich um eine Splittergruppe der früheren Farc-Rebellen, die 2016 ein Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung unterzeichnet hatte. Es ist die bislang einzige Guerilla-Gruppe, mit der im Rahmen von Petros Friedensbemühungen Fortschritte erzielt wurden.

"Es ist eine sehr starke und kraftvolle Botschaft an die kolumbianische Gesellschaft in dieser Zeit, in der so viel vom Krieg die Rede ist", erklärte der Chef der Regierungsdelegation bei den Friedensverhandlungen, Armando Novoa.

Der seit 2022 regierende linksgerichtete Präsident Petro hatte während seiner Amtszeit größtenteils vergeblich versucht, im Rahmen seiner Strategie eines "totalen Friedens" mit allen bewaffneten Gruppen zu verhandeln. Die rechtsgerichtete Opposition warf ihm vor, zu nachgiebig mit den bewaffneten Gruppen zu sein. Der amtierende Präsident durfte gemäß der Verfassung bei den Präsidentschaftswahlen am 31. Mai nicht erneut antreten.

Während Petros vierjähriger Amtszeit sank die Arbeitslosigkeit, der Mindestlohn stieg um 75 Prozent. Doch trotz Verhandlungen der Regierung mit den Guerilla- und paramilitärischen Gruppen des Landes verschlechterte sich die Sicherheitslage deutlich. Kolumbien leidet seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten, an denen neben der Armee und linken Guerillagruppen auch rechte Paramilitärs und Drogenbanden beteiligt sind.

Der ultrarechte Kandidat Abelardo de la Espriella, der am 21. Juni in der Präsidentschafts-Stichwahl antritt, setzt auf ein militärisches Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen. Sein linker Rivale Iván Cepeda will die von Präsident Petro verfolgte Strategie des Dialogs fortsetzen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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