Deutsche Tageszeitung - Linke beschließt verbindlichen Gehaltsdeckel für Abgeordnete

Linke beschließt verbindlichen Gehaltsdeckel für Abgeordnete


Linke beschließt verbindlichen Gehaltsdeckel für Abgeordnete
Linke beschließt verbindlichen Gehaltsdeckel für Abgeordnete / Foto: © AFP/Archiv

Die Linke hat einen verbindlichen Gehaltsdeckel für ihre Abgeordneten beschlossen. Auf dem Parteitag in Potsdam stimmten am Sonntag 65,5 Prozent der Delegierten für einen Kompromissantrag des Parteivorstands sowie mehrerer Landesverbände, die Bezüge bei 5300 brutto zu deckeln. Dagegen stimmten 28,8 Prozent. Ein Antrag, noch mehr Zeit für die Einigung auf einen Gehaltsdeckel zu bekommen, erreichte keine Mehrheit.

Textgröße ändern:

Der Gehaltsdeckel soll dem Beschluss zufolge für alle Abgeordneten des Bundestags und des Europaparlaments verpflichtend sein. Die Landesverbände werden aufgefordert, "analoge Regelungen in ihrem Landesverband" auszuarbeiten. Gelten soll der Deckel ab der nächsten Bundestags- beziehungsweise Europawahl.

Der Betrag orientiert sich am Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst und entspricht derzeit etwa 3300 Euro netto für Alleinstehende in Steuerklasse eins - sowie auch ungefähr dem aktuellen Durchschnittslohn von Vollzeitbeschäftigten. Es soll aber Ausnahmen geben für finanziell besonders belastete Abgeordnete sowie zusätzliche Zulagen für Abgeordnete mit Kindern oder mit einem Pflegegrad.

In Redebeiträgen vor der Abstimmung betonten mehrere Delegierte, die Deckelung zeige, dass die Partei "nah an den Menschen" sei und deren Alltag kenne. Das Comeback der Linken sei außerdem auch deshalb gelungen, weil die damalige Spitze Ines Schwerdtner und Jan van Aken ihr Gehalt deckele.

Der Delegierte Marco Böhme aus Sachsen, der selbst sein Gehalt bereits deckelt, verwies allerdings auch auf individuelle Lebensumstände, die berücksichtigt werden müssten. Nicht alle lebten wie er in einer Wohngemeinschaft mit günstiger Miete - ohne Kinder und Auto. Zudem gelte ohnehin: "Niemand wird bei uns reich in der Linken." Er plädierte für mehr Zeit zur Umsetzung der Idee eines Gehaltsdeckels.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Merz äußert bei Besuch in Südkorea Hoffnung auf Wiedervereinigung mit dem Norden

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei einem Besuch der Demilitarisierten Zone (DMZ) zwischen Nord- und Südkorea die Hoffnung auf eine friedliche Wiedervereinigung Koreas geäußert. Er sei dankbar, "dass wir eine solche Teilung in Deutschland seit 36 Jahren nicht mehr erleben müssen", sagte Merz am Freitag bei einer Rede an der DMZ laut Redetext. "Wollen wir hoffen, dass auch Korea eines Tages die Chance bekommt, seine staatliche Einheit zurückzugewinnen", fügte er hinzu.

SPD-Fraktionsvize: Berliner SPD soll nicht mit Linke koalieren

In der SPD wächst der Druck auf den Berliner Landesverband, keine Koalition unter Führung der Linkspartei einzugehen. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Siemtje Möller, sagte am Freitag im ARD-"Morgenmagazin", "ich würde es nicht tun". Möller bezog sich dabei auch auf die "Spiegel"-Berichterstattung, wonach die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp Angst vor Berliner Hamas-Sympathisanten mit Verbindung zur Linken hat.

Steinmeier drängt in Peking auf ausgeglichene Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei einem Besuch in Peking auf ausgeglichene Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland gedrängt. "Das Prinzip des Win-Win, das unsere Wirtschaftsbeziehungen ausgezeichnet hat", sagte Steinmeier am Freitag in Peking, "das wollen wir wahren". Der Bundespräsident betonte außerdem die "dichten, hochdynamischen" Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern - gerade diese "müssen wir natürlich immer wieder überprüfen und immer wieder anfassen".

Trump sagt zwei seiner letzten Wahlkampfauftritte vor den Zwischenwahlen ab

US-Präsident Donald Trump hat auf zwei Wahlkampfauftritte vor den Zwischenwahlen zum Kongress verzichtet. Trump sage zwei seiner letzten Wahlkampfveranstaltungen vor den Midterms ab, teilte seine Republikanische Partei am Donnerstag (Ortszeit) mit. Anstelle der Veranstaltungen in Kansas und Iowa werde der Präsident eine "große Anzahl" virtueller "Telerallyes" in zahlreichen Bundesstaaten abhalten. Trumps letzte Wahlkampfveranstaltung soll nun am Freitag in Florida stattfinden.

Textgröße ändern: