Deutsche Tageszeitung - Mindestens 16 Tote bei russischen Angriffen auf Region Kiew

Mindestens 16 Tote bei russischen Angriffen auf Region Kiew


Mindestens 16 Tote bei russischen Angriffen auf Region Kiew
Mindestens 16 Tote bei russischen Angriffen auf Region Kiew / Foto: © AFP

Neun Stunden Dauerbeschuss: Bei neuen russischen Angriffen auf Kiew und Umgebung sind in der Nacht zum Donnerstag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet worden. Bei den "massiven" Angriffen seien Wohngebiete und Lagerhallen getroffen worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die "Eskalation" durch Moskau. Die rumänische Armee zerstörte nach Angaben aus Bukarest eine mit Sprengstoff beladene Marine-Drohne hunderte Meter vom Gasfeld Neptun Deep im Schwarzen Meer entfernt.

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In der Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben von Bürgermeister Klitschko 15 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Bei den Angriffen wurden demnach außerdem Wohngebäude, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung beschädigt.

Bei einem weiteren Angriff im Bezirk Browary in der Region rings um die ukrainische Hauptstadt seien ein Mann getötet und ein weiterer verletzt worden, erklärte der zuständige Gouverneur Tymur Tkatschenko. Eine Industrieanlage sei zudem beschädigt worden, wobei ein Feuer ausgebrochen sei. In Boryspil, außerhalb von Kiew, wurden außerdem nach Behördenangaben Warenhäuser beschädigt.

Die Angriffe auf Kiew dauerten insgesamt neun Stunden an. Die russische Armee visierte die Ukraine nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit mindestens 44 Raketen an, von denen 39 abgeschossen wurden. Die russischen Behörden teilten mit, die Armee habe "militärisch-industrielle Einrichtungen, ein Transport- und Logistikzentrum sowie Lagerhäuser" in Kiew und der Region getroffen.

Selenskyj sprach von einem "massiven Angriff". Moskau habe diesen "lange vorbereitet und verschiedene Arten von ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen kombiniert", erklärte der ukrainische Präsident in Onlinediensten. Er kritisierte zudem das Ausbleiben einer internationalen Reaktion auf die täglichen russischen Angriffe: "Leider reagiert die Welt nicht immer angemessen auf solche Angriffe, während Moskau in ballistische Raketen und Eskalation investiert."

Die russischen Streitkräfte hatten zuletzt vermehrt ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt. Um diese abzuwehren, benötigt Kiew US-Patriot-Abfangraketen. An diesen mangelt es der ukrainischen Armee jedoch. Kiew drängt daher bei seinen westlichen Verbündeten auf die Lieferung von Patriots. Allerdings haben die USA im Iran-Krieg seit Februar selbst zahlreiche Angriffs- und Abwehrraketen verbraucht, laut Medienberichten droht ein Munitionsmangel.

In einigen an die Ukraine angrenzenden Nato-Staaten wurden die Streitkräfte ebenfalls aktiv. Die rumänische Armee zerstörte nach Angaben aus Bukarest eine mit Sprengstoff beladene Marine-Drohne. Die Drohne sei mehrere hundert Meter vom Gasfeld Neptun Deep im Schwarzen Meer entfernt von einem rumänischen Kampfflugzeug vom Typ F-16 getroffen worden, teilte Verteidigungsminister Radu Miratu im Onlinedienst Facebook mit.

Der rumänische Präsident Nicusor Dan machte Russland verantwortlich und verurteilte im Onlinedienst X die "Eskalation solcher verantwortungslosen Zwischenfälle durch die Russische Föderation aufs Schärfste".

Die polnische Armee teilte mit, sie habe Flugzeuge mobilisiert und die Luftverteidigung aktiviert, um den polnischen Luftraum zu schützen, insbesondere in an die Ukraine grenzenden Gebieten. Die Behörden in Moldau teilten mit, eine häufig von Russland eingesetzte Drohne vom Typ Schahed sei auf ihrem Territorium abgestürzt und habe nahe der Grenze zur Ukraine einen Brand ausgelöst.

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Drohnenvorfälle in osteuropäischen Nato-Ländern gegeben. Rumänien registrierte seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast viereinhalb Jahren mehrfach Drohnenüberflüge und auch Abstürze auf seinem Staatsgebiet. Auch Polen und die baltischen Staaten melden regelmäßig ähnliche Vorfälle. Zuletzt hatte außerdem der Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen Besorgnis ausgelöst.

Die russischen Behörden meldeten ebenfalls ukrainische Drohnenangriffe. In der Nacht zum Donnerstag fing die russische Luftabwehr demnach 726 ukrainische Drohnen ab.

Sowohl Russland als auch die Ukraine haben ihre Angriffe in den vergangenen Monaten verstärkt. Fast viereinhalb Jahre nach Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine gibt es weiterhin keine konkreten Aussichten auf ein Ende des Krieges. Die maßgeblich von den USA vermittelten Verhandlungen über eine Waffenruhe liegen derzeit auf Eis.

(O.Zhukova--DTZ)

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