Deutsche Tageszeitung - Beschäftigte im öffentlichen Dienst wünschen sich mehr Unterstützung im Homeoffice

Beschäftigte im öffentlichen Dienst wünschen sich mehr Unterstützung im Homeoffice


Beschäftigte im öffentlichen Dienst wünschen sich mehr Unterstützung im Homeoffice
Beschäftigte im öffentlichen Dienst wünschen sich mehr Unterstützung im Homeoffice / Foto: ©

Im öffentlichen Dienst in Deutschland fehlt es aus Sicht vieler Beschäftigten an geeigneten Homeoffice-Regelungen. Viele Beamte und Angestellte wünschten sich "mehr Möglichkeiten, um von Zuhause aus arbeiten zu können - das war schon vor Corona so", sagte die Vize-Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Dienstagsausgaben). In einer DGB-Umfrage unter 1400 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gaben demnach 30 Prozent an, im Homeoffice arbeiten zu wollen, doch nur 22 Prozent täten dies bereits.

Textgröße ändern:

Insgesamt fast ein Drittel der Befragten gab dem Bericht zufolge an, von ihren Vorgesetzten oder Dienstherren nur in geringem Maß oder gar keine Unterstützung für die Arbeit von zu Hause aus zu erhalten. Mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer nutzt bei der Arbeit im Homeoffice nach eigenen Angaben zudem ausschließlich private Arbeitsmittel.

Die DGB-Befragung fand zwischen Januar und Mai vergangenen Jahres statt. Drei Viertel der Befragten waren Angestellte im öffentlichen Dienst, ein weiteres Viertel waren Beamte.

Zu kurz kommt laut der Umfrage bei vielen Beschäftigten im Homeoffice der Gesundheitsschutz: 62 Prozent der von zu Hause aus Arbeitenden gaben an, in der Freizeit schlecht abschalten zu können. Häufiger als ihre Kollegen, die im Büro arbeiten, berichteten die Beschäftigten im Homeoffice zudem von verkürzten oder ausgefallenen Pausen. 34 Prozent gaben an, sehr häufig oder oft eine Ruhezeit von elf Stunden bis zum nächsten Arbeitstag zu unterschreiten.

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst wünschten sich "keinesfalls ein ’wildes Homeoffice’, gerade damit die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben nicht weiter verwischen", sagte Hannack den Zeitungen. "Auch für die Arbeit von Zuhause müssen gute Arbeitsbedingungen gelten", betonte sie. Dringend nötig sei "eine gute technische Ausstattung, etwa Laptop und Diensthandy".

Die DGB-Vize-Chefin forderte zudem klare gesetzliche Regeln. "Neben einem Recht auf Homeoffice braucht es bessere Mitbestimmungsrechte für die Personalräte. Sie müssen auf Augenhöhe mit den öffentlichen Arbeitgebern Dienstvereinbarungen treffen können, etwa zur Nichterreichbarkeit und zum Gesundheitsschutz."

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Hinweise auf Markteinführung von selbsfahrendem Taxi von Tesla verdichten sich

Beim E-Autobauer Tesla verdichten sich die Hinweise auf eine bevorstehende Markteinführung seines fahrerlosen Taxis Cybercab. Für den 3. September kündigte das US-Unternehmen am Samstag eine Veranstaltung im texanischen Austin an.

"Krieg": Neue US-Zölle gegen Kanada nach Scheitern von Verhandlungen in Kraft getreten

Kanadas Premierminister Mark Carney spricht von "Krieg": Nach dem Scheitern tagelanger fieberhafter Verhandlungen im Zollstreit zwischen den USA und Kanada sind am Samstag neue US-Zölle auf kanadische Produkte in Kraft getreten. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer gab das Scheitern der Verhandlungen in der Nacht unmittelbar vor dem Ablauf einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist bekannt. Carney kündigte Gegenzölle an.

Südkorea schickt erstes Containerschiff durch die Arktis

In Südkorea ist erstmals ein Containerschiff in See gestochen, das über die Arktisroute nach Europa fahren soll. Die "Panstar Acro" habe am Samstagmorgen im Hafen von Busan abgelegt, teilte das Meeresministerium in Seoul auf AFP-Anfrage mit. Das Frachtschiff soll über die Arktis nach Felixstowe in Großbritannien, Rotterdam in den Niederlanden und Danzig in Polen fahren. Es ist ein Test, ob eine durch das schmelzende Eis eröffnete Route wirtschaftlich rentabel sein kann.

Hohe Spritpreise: Klingbeil dringt auf Übergewinnsteuer für Ölkonzerne

Angesichts der weiterhin hohen Spritpreise an den Tankstellen pocht Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. "Wir müssen das Problem der hohen Energiepreise angehen, indem wir ein EU-weites Rahmenwerk zur Besteuerung von Zufallsgewinnen diskutieren", fordern Klingbeil und fünf europäische Kollegen in einem Schreiben. In der aktuellen Krise dürfe es keine "Abzocke durch Energiekonzerne" geben - das habe Klingbeil mehrfach deutlich gemacht, hieß es aus dem Finanzministerium in Berlin.

Textgröße ändern: