Deutsche Tageszeitung - VW, Daimler und BMW haben Corona-Krise im weltweiten Vergleich am besten weggesteckt

VW, Daimler und BMW haben Corona-Krise im weltweiten Vergleich am besten weggesteckt


VW, Daimler und BMW haben Corona-Krise im weltweiten Vergleich am besten weggesteckt
VW, Daimler und BMW haben Corona-Krise im weltweiten Vergleich am besten weggesteckt / Foto: ©

Die drei deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW haben die Corona-Krise einer Studie zufolge besser weggesteckt als die Mehrheit der Autokonzerne weltweit. Der Umsatz der drei sank 2020 um zehn Prozent, der Gewinn um 26 Prozent - bei den 17 größten Autokonzernen der Welt brach der Gesamtumsatz um 13 Prozent ein, der Gewinn um 37 Prozent, wie eine am Montag veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung EY ergab. Die deutschen Hersteller verkauften fast jeden vierten Neuwagen in China.

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Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie führten zu Produktionsausfällen und teils massiven Absatzrückgängen, wie Autoexperte Constantin Gall von EY erkläre. Hinzu seien die Verknappung wesentlicher Komponenten wie Microchips und die nach wie vor andauernden globalen Handelskriege gekommen.

"Während einige Unternehmen tief in die roten Zahlen gerieten, kamen andere vergleichsweise gut durch die Krise", erklärte EY. Gründe seien zum einen die regionalen Absatzschwerpunkte: So verkauften die deutschen Hersteller vier von zehn Neuwagen (39,4 Prozent) nach China; 2019 hatte der Anteil noch bei 35,3 Prozent gelegen. Die größte Bedeutung hat China laut EY aktuell für VW (43 Prozent), gefolgt von BMW (33 Prozent) und Daimler (32 Prozent).

Produktions- und Absatzausfälle gab es in der Volksrepublik nur zu Jahresbeginn, im weiteren Jahresverlauf wurde in China wieder gutes Geld verdient. Damit konnten die in China erwirtschafteten Umsätze die Gesamtbranche stabilisieren, erklärte EY.

Ein weiterer Grund für das gute Abschneiden der deutschen Hersteller war laut Studie ihr Produktportfolio. Mit SUVs und Luxusfahrzeugen konnten sie vergleichsweise viel Geld verdienen. Die drei deutschen Konzerne erwirtschafteten laut EY eine Marge von bis zu 4,9 Prozent - die Gewinnspanne der 17 Konzerne insgesamt schrumpfte von 5,0 auf 3,6 Prozent. Eine positive Gewinnentwicklung im Krisenjahr 2020 konnten laut EY nur vier Unternehmen vorweisen: Daimler, Tesla, General Motors und Kia.

EY-Autoexperte Gall erklärte, das gute Abschneiden der deutschen Hersteller sei auch ihren "entschieden und rasch umgesetzten Performance- und Restrukturierungsprogrammen geschuldet". Der Start ins neue Jahr sei für sie "insgesamt recht vielversprechend verlaufen".

"Aber die großen und umwälzenden Herausforderungen müssen die Hersteller erst noch meistern" - etwa das Hochfahren der Elektromobilität oder die Einhaltung neuer, noch strengerer Abgasnormen. Der Druck auf die Branche werde weiter steigen. "Wir stehen am Anfang einer historischen Entwicklung, die das Erscheinungsbild und Wesen der Automobilindustrie grundsätzlich verändern wird in Richtung eines ganzheitlichen Mobilitäts-Ökosystems. Längst nicht alle Unternehmen werden diesen Prozess überleben", erklärte Gall. Sein Kollege Peter Fuß betonte, vor allem die Innovationskraft werde entscheiden, wer auch künftig eine dominierende Rolle spielen werde.

(W.Uljanov--DTZ)

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