Deutsche Tageszeitung - Bundeskabinett verabschiedet Nationalen Radverkehrsplan

Bundeskabinett verabschiedet Nationalen Radverkehrsplan


Bundeskabinett verabschiedet Nationalen Radverkehrsplan
Bundeskabinett verabschiedet Nationalen Radverkehrsplan / Foto: ©

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vorgelegten Nationalen Radverkehrsplan verabschiedet. Das Anliegen des Plans sei "mehr, besserer und sicherer Radverkehr - in der Stadt und auf dem Land", erklärte Scheuer am Mittwoch. Bei dem Plan handele es sich um eine "Leitlinie für Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft bis 2030". Im Vordergrund stünden "Gleichberechtigung, Rücksicht und mehr Verkehrssicherheit", erklärte Scheuer weiter.

Textgröße ändern:

Der Plan sieht eine Reihe konkreter Ziele vor. So soll sich die durchschnittliche Länge der mit dem Rad zurückgelegten Wege von 3,7 Kilometer auf sechs Kilometer erhöhen. Gegenüber 2019 soll sich die Zahl der im Verkehr getöteten Radfahrenden um 40 Prozent reduzieren. Die finanzielle Förderung für den Radverkehr soll sich perspektivisch an rund 30 Euro pro Person und Jahr orientieren.

Erreicht werden sollen diese Ziele durch verschiedene Maßnahmen. So sieht der Nationale Radverkehrsplan die "Förderung einer sicheren und lückenlosen Radinfrastruktur" vor. Beim Ausbau von Straßen sollen Radwege grundsätzlich mitgeplant werden, Radschnellverbindungen sollen insbesondere in Metropolregionen ausgebaut werden. Auch Auto-Stellplätze sollen zu Fahrradwegen umgewandelt werden.

Städte und Gemeinden sollen außerdem systematisch mehr Fahrradstellplätze schaffen. Der Bund soll außerdem ein Programm für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen erarbeiten und eine Finanzierung zur Verfügung stellen. Bund, Länder und Kommunen fordern laut dem Plan einen "Kulturwandel beim Umgang zwischen den Verkehrsteilnehmenden". Die Einhaltung von Verkehrsregeln solle konsequent überprüft werden. Auch die Mitnahme von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln soll gefördert werden.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) würdigte den Nationalen Radverkehrsplan am Mittwoch als "gelungenes Leitbild", mahnte jedoch eine zügige Umsetzung an. "Vom Fahrradland Deutschland sind wir Stand heute noch Lichtjahre entfernt", erklärte die ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters.

Die Politik hätte den Radverkehr zu lange als "Nischenthema" behandelt. Scheuer hätte sich mit dem Plan zwar "klar pro Radverkehr positioniert". Der nächste Verkehrsminister müsse jedoch "noch wesentlich mutiger und schneller sein, damit die Vision des Fahrradland Deutschland bis 2030 Wirklichkeit wird".

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Erntebeginn für Champagner-Trauben in diesem Jahr so früh wie nie

Die Ernte der Trauben für Champagner hat in diesem Jahr so früh begonnen wie noch nie. Grund dafür sei die seit Anfang des Jahres verzeichnete Rekordhitze, die den Reifeprozess der Rebsorten beschleunigt habe, sagte David Chatillon, Ko-Vorsitzender des Verbands der Champagner-Winzer. Die Organisation veröffentlichte am Mittwoch die Startdaten der Lese in verschiedenen Kommunen des Anbaugebietes, in einzelnen Gebieten hatte die Ernte aber bereits in der vergangenen Woche begonnen.

Quallen und Hitze legen ein Fünftel von Frankreichs Atomstromproduktion lahm

Hitze und Dürre sowie eine Quallenplage haben in Frankreich rund ein Fünftel der Atomstromproduktion lahmgelegt. 20,4 Prozent der Reaktorkapazität des Landes war am Mittwoch außer Betrieb, wie aus AFP-Berechnungen auf Basis von Daten des Atomenergieunternehmens EDF hervorgeht. Grund ist neben fehlendem Kühlwasser wegen der anhaltenden Dürre vor allem ein massives Aufkommen von Quallen im Ärmelkanal, das die Meerwasserpumpen eines dortigen Akws beeinträchtigt.

Frühstartrente soll frühzeitigen Vermögensaufbau für das Alter erleichtern

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Gesetzentwurf für die sogenannte Frühstartrente beschlossen. "Die Frühstartrente ist ein wichtiger Beitrag für eine bessere Altersvorsorge und mehr Chancengleichheit", erklärte dazu Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Jedes Kind erhalte so "ein Startkapital für die eigene private Altersvorsorge".

Iran-Krieg belastet Reisekonzern Tui - doch die Buchungen ziehen wieder an

Der Reisekonzern Tui hat angesichts eines schwierigen Marktumfelds und geopolitischer Unsicherheiten Einbußen bei Umsatz und Gewinn verbucht, zuletzt aber Anzeichen einer Erholung ausgemacht. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang der Kunden um drei Prozent auf 9,9 Millionen, wie Tui am Mittwoch mitteilte. In den vergangenen vier Wochen gab es demnach aber wieder einen Aufwärtstrend.

Textgröße ändern: