Deutsche Tageszeitung - Amazon verfehlt trotz Gewinnsprungs die Erwartungen

Amazon verfehlt trotz Gewinnsprungs die Erwartungen


Amazon verfehlt trotz Gewinnsprungs die Erwartungen
Amazon verfehlt trotz Gewinnsprungs die Erwartungen / Foto: ©

Der US-Versandriese Amazon hat trotz eines kräftigen Gewinnsprungs die Anleger enttäuscht. Für das zweite Quartal meldet der Konzern am Donnerstag einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro), ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Doch weil der Umsatz die Erwartungen nicht erfüllte, gab die Amazon-Aktie deutlich nach. Der Konzern bekommt zu spüren, dass die Menschen weniger Zeit für Onlineshopping haben.

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Der Umsatz im zweiten Quartal lag dem Unternehmen zufolge bei 113 Milliarden Dollar und damit um 27 Prozent über dem im Vorjahreszeitraum. Jedoch hatten Analysten mit etwa 115 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Die Amazon-Aktie sackte im nachbörslichen Handel in New York zeitweise um sieben Prozent ab.

"Wir haben insgesamt unsere eigenen Erwartungen übertroffen", sagte Amazon-Finanzchef Brian Olsavsky. Aber der Effekt der fortschreitenden Impfkampagne sei spürbar gewesen: "Die Leute sind mehr unterwegs, sie kaufen nicht mehr alles im Internet, sie verbringen mehr Zeit draußen", analysierte Olsavsky. "Das ist ein gutes Phänomen, das ist toll."

Amazon hatte während der Pandemie von einem deutlichen Anstieg der Internet-Bestellungen profitiert. "In den vergangenen 18 Monaten hat unser Verbrauchergeschäft so viele Artikel ausgeliefert wie noch nie", sagte Amazon-Chef Andy Jassy, der Anfang des Monats die Geschäftsführung von Firmengründer Jeff Bezos übernommen hatte.

Laut Jassy baute der Konzern auch seine Abteilung für Cloud-Computing aus, "weil immer mehr Unternehmen Pläne zur Umgestaltung ihrer Geschäfte und zur Umstellung auf die Cloud vorlegen". Zudem seien die Bereiche Streaming-Dienste und künstliche Intelligenz gewachsen.

Die Amazon-Zahlen beschließen eine ganze Serie von Quartalsmitteilungen aus der Tech-Branche. Die großen Konkurrenten Facebook, Apple, Microsoft und Googles Muttergesellschaft Alphabet hatten allesamt bessere Quartalszahlen gemeldet als der Versandkonzern.

Bezos hatte Amazon als Versandhandel für Bücher gegründet. Heute gehört das Unternehmen zu den wertvollsten weltweit mit Niederlassungen in dutzenden Ländern und 1,3 Millionen Angestellten. Der Marktwert des Konzerns wird auf rund 1,8 Billionen Dollar geschätzt. Wegen des Umgangs mit seinen Mitarbeitern steht Amazon immer wieder in der Kritik.

(W.Budayev--DTZ)

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