Deutsche Tageszeitung - Studie: Viel ungenutzter Platz für Solaranlagen auf den Dächern deutscher Großstädte

Studie: Viel ungenutzter Platz für Solaranlagen auf den Dächern deutscher Großstädte


Studie: Viel ungenutzter Platz für Solaranlagen auf den Dächern deutscher Großstädte
Studie: Viel ungenutzter Platz für Solaranlagen auf den Dächern deutscher Großstädte / Foto: ©

Die Dächer von Neubauten bieten jede Menge Platz für Solaranlagen - doch in vielen deutschen Großstädten wird nur ein kleiner Teil der verfügbaren Fläche genutzt. In acht von 14 untersuchten Metropolen wird auf weniger als 30 Prozent der im Jahr 2019 gebauten Dachflächen Solarstrom erzeugt. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Ökostromanbieters Lichtblick, die AFP am Mittwoch vorlag.

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"Dächer sind die grünen Kraftwerke der Zukunft", erklärte der Koordinator für Klima- und Energiepolitik bei Lichtblick, Ralf Schmidt-Pleschka. "Hier kann Klimaschutz bezahlbar und verbrauchernahe realisiert werden". Kommunen und Bauträger müssten deshalb den Bau von Solaranlagen deutlich beschleunigen, forderte er.

Beim Verhältnis zwischen für den Solarstrom verfügbarer und tatsächlich genutzter Fläche gibt es laut Studie regional große Unterschiede: Im bestplatzierten Essen waren 62,9 Prozent der 2019 neu gebauten Dachflächen mit neu gebauten Solaranlagen bebaut. In Köln lag dieser sogenannte Solar-Faktor bei 47,2 Prozent und in Leipzig bei 46,5 Prozent.

Schlusslichter der Tabelle waren die Hauptstadt Berlin mit lediglich 14,9 Prozent, Frankfurt mit 11,8 Prozent und Hamburg mit 10,3 Prozent. Bereits bei der Untersuchung im vergangenen Jahr war Hamburg die Stadt mit den wenigsten für Solaranlagen genutzten Flächen in dem Ranking.

Insgesamt wurden in den 14 untersuchten Metropolen im Schnitt 29,3 Prozent der 2019 gebauten Dachflächen genutzt. Das ist ein Plus von 3,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Die nicht genutzte Fläche für die Produktion von Solarstrom bedeute große ungenutzte Potenziale für die Energiewende, heißt es in der Studie. Hätte Berlin beispielsweise alle neuen Dachflächen aus dem Jahr 2019 systematisch mit Solaranlagen ausgestattet, so könnten laut Studie mit dem produzierten Strom heute rund 19.300 Haushalte versorgt werden - die tatsächlich gebauten Solaranlagen versorgen demnach lediglich rund 2800 Haushalte. In Hamburg hätten rund 11.900 Haushalte versorgt werden können, tatsächlich reichte der Solarstrom nur für rund 1200 Haushalte.

Lichtblick forderte mit Blick auf die Energiewende eine Erhöhung der Ausbauziele für die Solarenergie auf mindestens 12.000 Megawatt pro Jahr. Dies sollte unter anderem mit einer bundesweiten Pflicht zur Solarenergienutzung auf Neubauten und mit dem Abbau bürokratischer Hürden erreicht werden. Lichtblick forderte außerdem Programme zur Solarnutzung auf allen Bundes- und Landesgebäuden.

"Die Solarförderung greift in den Metropolen bei weitem nicht so, wie es erforderlich wäre, um die neuen Klimaziele zu erreichen", erklärte Schmidt-Pleschka. "Die nächste Bundesregierung sollte daher eine bundesweite Solarpflicht für Neubauten einführen". Die bisher von einigen Ländern wie Hamburg, Berlin oder Baden-Württemberg geplanten Regelungen zur Solarpflicht glichen einem "Flickenteppich".

Für die Studie wurden Daten für die 14 deutschen Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern ausgewertet. Verwendet wurden die Daten der Landesämter für Statistik, mit deren Hilfe die Anzahl der im Jahr 2019 neu errichteten Wohngebäude und gewerblichen Gebäude ermittelt wurden. Die jeweiligen Dachflächen wurden anschließend errechnet und mit der im gleichen Zeitraum gebauten Photovoltaik-Modulfläche verglichen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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