Deutsche Tageszeitung - Apple macht Entwicklern in Streit um seinen App-Store Zugeständnisse

Apple macht Entwicklern in Streit um seinen App-Store Zugeständnisse


Apple macht Entwicklern in Streit um seinen App-Store Zugeständnisse
Apple macht Entwicklern in Streit um seinen App-Store Zugeständnisse / Foto: ©

Im Streit um die Regeln seines App-Stores hat der US-Technologiekonzern Apple Zugeständnisse an Entwickler gemacht. Wie Apple am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte, sollen App-Entwickler ihren Kunden unter anderem alternative Zahlungsoptionen außerhalb der offiziellen Apple-Plattform anbieten können. So können die Entwickler Kunden beispielsweise eine E-Mail schreiben und sie darüber informieren, dass sie über ihre Website ein Abonnement abschließen können. Dann fallen keine Kommissionen an Apple an.

Textgröße ändern:

Außerdem will Apple den Entwicklern mehr Spielraum beim Festlegen ihrer Preise für Apps, Abonnements und Käufe innerhalb der App einräumen. Darüber hinaus soll es einen Hilfsfonds für kleine Entwickler geben. Die Vorschläge müssen noch von einem Gericht gebilligt werden, wo App-Entwickler eine Sammelklage gegen Apple eingereicht haben.

Entwickler und Experten kritisierten die Zugeständnisse allerdings als nicht ausreichend. Der Analyst Rich Greenfield etwa schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, es sei "wenig wahrscheinlich", dass das Angebot die Entwickler zufriedenstellen werde. "Keine Chance", erklärte auch der Analyst Benedict Evans.

Apples Marktmacht durch seinen App-Store steht schon seit geraumer Zeit in der Kritik. Der Online-Gigant lässt auf seinen Mobilgeräten Downloads von Apps und Spielen nur aus dem eigenen App-Store zu. Als Bezahlmethode schreibt der Konzern dabei das eigene System Apple Pay vor und zieht bis zu 30 Prozent der Einnahmen der App-Anbieter als Gebühr ein.

Der Streit führte auch zu einem Gerichtsverfahren zwischen Apple und dem Videospiel-Entwickler Epic Games, der vor allem für das Spiel "Fortnite" bekannt ist. Ein Urteil steht noch aus.

Apple verteidigt seine Praktiken. Im Epic-Games-Prozess sagte Apple-Chef Tim Cook im Mai, ohne Kontrolle der angebotenen Apps würde sich der Online-Marktplatz zu einem "giftigen Chaos" entwickeln. Ohne vollständige Kontrolle könne Apple nicht sein "Versprechen" von "Privatsphäre und Sicherheit" bei Anwendungsprogrammen einhalten.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Verbraucherzentrale: Eon-Fernwärmekunden können sich noch Sammelklage anschließen

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat von Preiserhöhungen betroffene Kundinnen und Kunden des Fernwärmeanbieters Eon dazu aufgerufen, sich einer Sammelklage anzuschließen. Geschädigte hätten noch bis zum 14. September Zeit dazu, erklärten die Verbraucherschützer am Dienstag. "Der Eintrag ist kostenlos und online möglich." Die Sammelklage zielt darauf ab, Rückerstattungen für Verbraucherinnen und Verbraucher einzuklagen.

Regierung vor großen Aufgaben: Wirtschaftsschwäche, hybride Angriffe, Klimakrise

Die Bundesregierung ist vor dem Hintergrund großer Herausforderungen zu ihrer Kabinettsklausur zusammengekommen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verwies zum Auftakt am Dienstag auf die angespannte Wirtschaftslage, hybride Angriffe etwa mit Drohnen sowie die Klimakrise und deren Folgen. Er äußerte sich aber auch zuversichtlich: "Unser Land hat große Potenziale und es gibt überhaupt keinen Grund, uns klein zu machen."

Gewinn von Spielzeughersteller Lego im ersten Halbjahr "besser als erwartet"

Der dänische Spielwarenproduzent Lego hat im ersten Halbjahr auf sein Rekordergebnis vom vergangenen Jahr aufbauen können. In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent auf 8,6 Milliarden Kronen (1,15 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. 2025 hatte Lego nach einem Plus von 21 Prozent einen neuen Gewinnrekord von rund 2,2 Milliarden Euro verbucht.

VW-Chef Blume zu möglichen Stellenstreichungen: "Etwa die Hälfte" in Deutschland

Der Volkswagen-Konzern will die Hälfte von möglicherweise rund 50.000 zu streichenden Stellen in Deutschland abbauen. "Aus heutiger Sicht entfällt etwa die Hälfte des Anpassungsbedarfs auf Deutschland, die andere international - in insgesamt rund 170 Gesellschaften", sagte Konzernchef Oliver Blume nach Angaben des Unternehmens am Dienstag bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. Der Vorstand werde "auch künftig so weit wie möglich auf freiwillige Personalinstrumente setzen".

Textgröße ändern: