Deutsche Tageszeitung - Wachsende Sorge wegen Schieflage von chinesischem Immobilienriesen Evergrande

Wachsende Sorge wegen Schieflage von chinesischem Immobilienriesen Evergrande


Wachsende Sorge wegen Schieflage von chinesischem Immobilienriesen Evergrande
Wachsende Sorge wegen Schieflage von chinesischem Immobilienriesen Evergrande / Foto: ©

Die Sorge um die wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Zusammenbruchs des chinesischen Immobilienriesen Evergrande wächst. Die Preise für Immobilienanteile an der Hongkonger Börse stürzten am Montag ab, Investoren rechneten damit, dass der Konzern die Zinszahlungen auf seine Milliardenschulden bereits in dieser Woche nicht länger bedienen kann. Der Schuldenstand des Unternehmens, einer der größten Immobilienentwickler des Landes, beträgt umgerechnet mehr als 260 Milliarden Euro.

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Die Krise des Unternehmens führte bereits zu enormen Vermögensverlusten: Der chinesische Immobilientycoon Zhang Yuanlin, Vorsitzender der Sinic Holdings Group, verlor laut der US-Zeitschrift "Forbes" am Montag mehr als eine Milliarde Dollar. Der Handel mit der Aktie von Sinic wurde ausgesetzt, nachdem diese 87 Prozent ihres Werts verloren hatte.

Mit einem Anteil von rund einem Viertel am Bruttoinlandsprodukt ist der Immobiliensektor ein entscheidender Wirtschaftszweig in China. Eine Krise in dem Sektor könnte somit für die gesamte chinesische Wirtschaft schwerwiegende Folgen haben.

Der Aktienkurs von Evergrande stürzte am Montag weitere 17 Prozent ab, seit Beginn des Jahres verloren die Unternehmensanteile somit rund 90 Prozent ihres Werts. Vor den Unternehmensvertretungen kam es in mehreren chinesischen Städten zu Protesten von Investoren und Lieferanten, die ihr Geld zurückforderten. Laut Experten haben mehr als eine Millionen Menschen Bauvorhaben im Voraus bezahlt, die von Evergrande bisher nicht umgesetzt wurden. Ein Firmenvertreter hatte den verärgerten Geschäftspartnern daraufhin statt Geld nicht fertiggestellte Wohnungen, Parkplätze oder Lagerräume angeboten.

Auch andere Unternehmen im Immobiliensektor sind bereits von der Krise betroffen: Der Aktienkurs von Henderson Land verzeichnete ein Minus von 13,2 Prozent, der Kurs von New World Development sank um mehr als zwölf Prozent. Die Aktie von Sun Hung Kai Properties verlor 10,3 Prozent.

Die Krise macht sich auch in anderen Branchen bemerkbar: Das Versicherungsunternehmen Ping An verzeichnete ein Minus von fast sechs Prozent. Mit den Aktien der China Minsheng Bank, der Agricultural Bank of China und der Industrial and Commercial Bank of China verloren auch die Aktien von Geldhäusern zwischen drei und sechs Prozent ihres Werts. Der Leitindex der Hongkonger Börse, der Hang Seng Index, verlor am Montag zwischenzeitlich mehr als vier Prozent.

Noch ist unklar, wie die chinesische Regierung auf die drohende Wirtschaftskrise reagieren wird. Ein Analyst der chinesischen Bocom International Holdings, Philip Tse, warnte vor "weiteren negativen Konsequenzen", sollte die politische Führung kein klares Signal zur Lage von Evergrande senden. Die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich nun auf die anstehenden Rückzahlungen des Unternehmens: Fällig sind Zinszahlungen auf Bankkredite am Montag und auf zwei Anleihen am kommenden Donnerstag.

(W.Uljanov--DTZ)

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