Deutsche Tageszeitung - Deutsche Wirtschaft erleichtert über Lockerung der US-Einreisebeschränkungen

Deutsche Wirtschaft erleichtert über Lockerung der US-Einreisebeschränkungen


Deutsche Wirtschaft erleichtert über Lockerung der US-Einreisebeschränkungen
Deutsche Wirtschaft erleichtert über Lockerung der US-Einreisebeschränkungen / Foto: ©

Die deutsche Wirtschaft hat mit Erleichterung auf die von den USA angekündigte Lockerung der in der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote reagiert. "Mit dem Wegfall der US-Einreisebeschränkungen können deutsche Unternehmen und die Wirtschaft in den USA nach über anderthalb Jahren endlich wieder aufatmen", erklärte am Dienstag Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

Textgröße ändern:

Damit gehörten Verzögerungen in der Produktion, bei der Lieferung und bei strategischen Projekten ab November "hoffentlich der Vergangenheit an", fügte er hinzu. Es liege "sowohl im deutschen und amerikanischen Interesse, den Rückstau an Aufträgen und Investitionen aufzuholen und schnellstmöglich zur vor-pandemischen Wirtschaftsentwicklung zurückzukehren".

Für die deutsche Wirtschaft seien die USA "der größte Absatzmarkt und zugleich drittgrößter Zulieferermarkt", erklärte Niedermark. Mit rund 860.000 Arbeitsplätzen stellten deutsche Unternehmen zudem den drittgrößten ausländischen Arbeitgeber in den USA.

Der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, hob hervor, dass durch den Einreisestopp durch die eingeschränkte Mobilität vor allem von Technikern und Ingenieuren wichtige Aufträge und damit Exporte nicht zustande gekommen seien. "Zudem sagen vier von zehn der deutschen Unternehmen in den USA, dass sie 2021 Investitionen streichen oder verschieben - gerade weil wichtige Reisen bislang kaum möglich waren", erklärte er.

Durch die Einreisebeschränkungen sei den deutschen Unternehmen in den USA ein geschätzter Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe entstanden, führte Treier weiter aus. Dies umfasse die gestrichenen und aufgeschobenen Investitionen sowie Einbußen beim Export von Deutschland in die USA - insbesondere beim Maschinen- und Anlagenbau.

Am Montag hatte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients bekanntgegeben, dass vollständig geimpfte Nicht-US-Bürger ab "Anfang November" wieder einreisen dürften. Nach Angaben der Lufthansa stiegen bereits in den ersten Stunden nach dieser Ankündigung die Buchungen für Flüge des Luftfahrtkonzerns über den Nordatlantik um 40 Prozent im Wochenvergleich.

Das Portal Skyscanner teilte am Dienstag mit, binnen einer Stunde nach der Ankündigung seien die Seitenaufrufe auf der deutschen Website um 28 Prozent nach oben gegangen. Die USA seien derzeit hinter Spanien das am zweithäufigsten gebuchte Ziel deutscher Reisender für November und Dezember 2021.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Hohe Preise: Trump setzt vorübergehend Zölle auf Rinderhack aus

Um die Verbraucherpreise zu senken, hat US-Präsident Donald Trump eine temporäre Aussetzung der Zölle auf importiertes Rinderhack angekündigt. Die Zollbefreiung gelte für die Einfuhr von 300.000 Tonnen Rindfleisch in den kommenden 90 Tagen, erklärte Trump am Freitag in seinem Online-Dienst Truth Social. Demnach soll das importierte Fleisch zu einem Preis von 25 Prozent unterhalb des aktuellen Marktpreises in den Handel kommen.

Umfrage: Smart Glasses lösen bei vielen Deutschen Unbehagen aus

Mit Kameras ausgestattete sogenannte Smart Glasses lösen einer Umfrage zufolge bei vielen Menschen Unbehagen aus. 76 Prozent der Befragten möchten nicht mit den Hightechbrillen gefilmt werden, 62 Prozent würden einen Besucher damit nicht ins Haus lassen, wie der Digitalbranchenverband Bitkom am Freitag in Berlin mitteilte. Seiner Umfrage zufolge legen 82 Prozent Wert darauf, dass klar zu erkennen ist, wenn Smart Glasses filmen.

Ramelow soll in Verhandlungen mit Lufthansa für Pilotengewerkschaft VC schlichten

Der Linken-Politiker und langjährige Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, soll für die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) im Tarifkonflikt mit der Lufthansa schlichten. "Mit Bodo Ramelow konnten wir einen erfahrenen Schlichter gewinnen, der für Dialog, Ausgleich und Verlässlichkeit steht", erklärte VC-Chef Andreas Pinheiro am Freitag. Die Lufthansa ernannte ihrerseits den ehemaligen hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch für die Kernmarke und die Frachttochter Cargo und den Arbeitsrechtler Günther Heckelmann für die Verhandlungen bei den Töchtern Eurowings und Cityline als Schlichter.

Hyundai-Beschäftigte in Südkorea streiken für Anhebung des Rentenalters

Beim südkoreanischen Autobauer Hyundai haben Beschäftigte erstmals seit mehr als zehn Jahren einen ganzen Tag lang die Arbeit niedergelegt. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen rund 40.000 Beschäftigte an dem Streik am Freitag teil. Sie forderten eine Erhöhung der Leistungsprämien um 50 Prozent sowie eine Anhebung des Rentenalters um zwei Jahre. Die Beschäftigten fürchten, in großem Stil durch Roboter ersetzt zu werden.

Textgröße ändern: