Deutsche Tageszeitung - Studie: DIW warnt vor "spekulativen Übertreibungen" auf dem Immobilienmarkt

Studie: DIW warnt vor "spekulativen Übertreibungen" auf dem Immobilienmarkt


Studie: DIW warnt vor "spekulativen Übertreibungen" auf dem Immobilienmarkt
Studie: DIW warnt vor "spekulativen Übertreibungen" auf dem Immobilienmarkt / Foto: ©

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt angesichts der immer weiter steigenden Immobilienpreise vor "spekulativen Übertreibungen", insbesondere in Großstädten. "Die Zeichen mehren sich, dass die Wohnungspreise in einigen Städten und Marktsegmenten nicht mehr allein durch die Entwicklung der Mieten und die niedrigen Zinsen zu erklären sind", erklärte der DIW-Immobilienexperte Konstantin Kholodilin am Mittwoch. In den nächsten Jahren könne es also "zum Platzen von Immobilienpreisblasen" kommen.

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Das Institut untersuchte die Immobilienmärkte der 114 größten deutschen Städte mit mindestens 50.000 Einwohnern anhand von Daten des Immobilienverbands IVD. In diesen Städten stiegen die Preise für Eigentumswohnungen und Eigenheime gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich neun Prozent. Die Preise für Bauland stiegen ebenfalls, und zwar um acht Prozent.

Auch die Mieten stiegen an, jedoch nur in etwa halb so stark wir die Preise für Immobilien: In den vergangenen zehn Jahren lag der Anstieg der Mieten laut DIW bei 50 Prozent, der Preis von Eigentumswohnungen verdoppelte sich im gleichen Zeitraum. 2021 kostete eine Immobilie im bundesweiten Durchschnitt somit den 24-fachen Jahresmietertrag. Laut DIW handelte es sich dabei um den höchsten Stand seit Mitte der 90er Jahre. Damals habe es sich um den Höhepunkt des letzten Wohnungsmarktzyklus gehandelt - es folgte ein Jahrzehnt stagnierender und sinkender Immobilienpreise.

Die Corona-Pandemie wirkte sich laut DIW nicht dämpfend auf die Preisentwicklung aus: Die Rücklagen vieler Haushalte nahmen in Pandemiezeiten weiter zu, gleichzeitig sorgten staatliche Unterstützungsleistungen dafür, dass es nur selten zu Ausfällen bei Mietzahlungen kam. Immobilien gelten somit weiterhin als sichere Geldanlage - die Nachfrage bleibt weiterhin hoch, das Angebot jedoch insbesondere in guten Lagen knapp. Auch das niedrige Zinsniveau trägt demnach dazu bei, dass viele Menschen den Kauf einer Immobilie in Betracht ziehen.

Die Kreditvergabe der Banken dagegen verschärfte sich laut DIW nach der Finanzkrise: Insbesondere Haushalte mit einem niedrigen Einkommen haben seitdem seltener die Möglichkeit, Immobilien zu kaufen. Mögliche Spekulationsblasen seien also tendenziell nicht fremdfinanziert, die Gefahr für die Finanzstabilität oder einer "flächendeckenden Immobilienpreisblase" sei entsprechend gering, erklärte Kholodilin.

Das Statistische Bundesamt ermittelte bei der Entwicklung von Immobilienpreisen im laufende Jahr Höchstwerte: Im dritten Quartal stiegen Häuserpreise demnach im Schnitt um zwölf Prozent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. Dabei handelte es sich laut Statistischem Bundesamt zum zweiten Mal in Folge um den größten Anstieg seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000. Im zweiten Quartal waren die Preise bereits um fast elf Prozent gestiegen.

Besonders hoch fiel der Preisanstieg demnach in den sieben größten Städten Deutschlands aus. In Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf erhöhten sich die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen um 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

(M.Dorokhin--DTZ)

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