
Air Berlin beginnt mit Verhandlungen über Sozialplan

Air Berlin hat am Montag mit den Verhandlungen über einen Sozialplan für Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft begonnen. "Nicht jeder" Beschäftigte der Fluggesellschaft werde bei den Käufern von Teilen der Airline eine neue Anstellung finden, hieß es in einem Brief von Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann und dem Generalbevollmächtigten Frank Kebekus an die Mitarbeiter. Ein "eigenwirtschaftlicher Flugverkehr" sei "spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich".
Die voraussichtlichen Käufer von Teilen der Airline hätten vorgesehen, "in erheblichem Maße neue Mitarbeiter einzustellen", schrieben Winkelmann und Kebekus. "Nicht jeder Airberliner wird jedoch bei den Käufern eine neue Anstellung finden", hieß es weiter. "Wir möchten Euch daher ausdrücklich ermutigen, Euch aktiv auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen." Zur Unterstützung der Mitarbeiter seien für Dienstag und Freitag zwei Jobmessen in Berlin organisiert worden.
Eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs von Air Berlin sei in dem Mitte August eingeleiteten Insolvenzantragsverfahren "aufgrund der hohen Verluste, die derzeit und prognostiziert dauerhaft entstehen, unmöglich und unzulässig", hieß es in dem Brief weiter. Nach Abschluss der Kaufverträge müsse die Fluggesellschaft daher "die eigene Geschäftstätigkeit Zug um Zug beenden". Ein "eigenwirtschaftlicher Flugverkehr" von Air Berlin sei nach gegenwärtigem Erkenntnisstand "spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich".
Ende vergangener Woche war bekanntgeworden, dass der Betriebsrat der Fluggesellschaft noch in diesem Monat Kündigungen im großen Stil befürchtet. Davon betroffen sind der Arbeitnehmervertretung zufolge die Mitarbeiter aus nicht für den Betrieb unmittelbar relevanten Bereichen. Dies wären in erster Linie etwa 1400 Mitarbeiter von Bodenpersonal und Verwaltung. Im September hatte Winkelmann gesagt, dass für rund 80 Prozent der Kollegen "gute Chancen für neue Arbeitsplätze bei den Bietern" erreicht werden könnten.
Air Berlin verhandelt derzeit mit der Lufthansa und Easyjet über den Verkauf von Teilen des Unternehmens. Diese Gespräche sollen bis Donnerstag abgeschlossen werden. Die Bieterfrist für die ebenfalls zum Verkauf stehende Techniksparte von Air Berlin war am Freitag bis etwa zum 20. Oktober verlängert worden.
Die kommenden Tage sollten genutzt werden, um in den abschließenden Verhandlungen mit den Bietern "bestmögliche Ergebnisse" für Air Berlin und die Beschäftigten zu erreichen, hieß es in dem Schreiben Winkelmanns und Kebekus’ weiter. Zugleich versprachen sie, die Mitarbeiter über die Verhandlungen zum Interessenausgleich und zum Sozialplan "auf dem Laufenden" zu halten.
Die Diensleistungsgewerkschaft Verdi hatte das Unternehmen zuvor aufgefordert, "endlich Klarheit zu schaffen, ob und wie viele Beschäftigte zum Ende des Monats entlassen werden sollen."
(N.Loginovsky--DTZ)