Deutsche Tageszeitung - Gespräche zwischen britischer Regierung und Gewerkschaften zunächst ergebnislos

Gespräche zwischen britischer Regierung und Gewerkschaften zunächst ergebnislos


Gespräche zwischen britischer Regierung und Gewerkschaften zunächst ergebnislos
Gespräche zwischen britischer Regierung und Gewerkschaften zunächst ergebnislos / Foto: © AFP/Archiv

In Großbritannien sind erste Gespräche zwischen der Regierung und den Gewerkschaften über eine Lösung nach Monaten der Streiks in wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens zunächst ergebnislos geblieben. Vertreter der Arbeitnehmer sprachen am Montag unter anderem von "enttäuschenden" Kontakten sowie einer "verpassten Chance". Die Ministerien der Regierung von Premierminister Rishi Sunak hatten jeweils die Gewerkschaften in ihrem Zuständigkeitsbereich angeschrieben.

Textgröße ändern:

Nun gab es erste Begegnungen im Gesundheits-, Verkehrs- und Bildungsministerium. Die konservative Regierung hatte damit eine Kehrtwende vollzogen: Lange hatte sie betont, sie könne nicht mit Pflegepersonal oder Eisenbahnbeschäftigten verhandeln, das könnten nur die Arbeitgeber. Sunak hatte sich zudem mehrfach gegen deutliche Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor ausgesprochen - dies würde lediglich die Inflation weiter anheizen.

Jedoch brachten die ersten Treffen ohnehin zunächst keinen Erfolg. Onay Kasab von der Gewerkschaft Unite beklagte etwa, Gesundheitsminister Steve Barclay habe keinerlei Plan zum Ausweg aus der Krise präsentiert und er sei "sehr wütend". Die noch für Januar geplanten Streiks des Pflegepersonals würden "auf jeden Fall" stattfinden.

Kevin Courtney von der Nationalen Bildungsgewerkschaft äußerte sich ähnlich. Es seien weitere Gespräche vorgeschlagen worden, jedoch habe es "kein Angebot" aus dem Bildungsministerium gegeben. Auch im Verkehrsministerium sollen die Gespräche zunächst fortgesetzt werden.

In Großbritannien wird seit Monaten in zahlreichen Branchen gestreikt, meist geht es den Beschäftigten angesichts der hohen Inflation und gestiegener Energiepreise um kräftige Lohnerhöhungen. Betroffen waren neben dem Gesundheitssektor unter anderem auch die Bahn, die Post und die Grenzpolizei.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Union und SPD ringen um Entlastungen - Weidel bietet Merz Zusammenarbeit an

Das Ringen der Koalitionsspitzen um eine Entlastung der Bürger von den hohen Energiekosten und gemeinsame Reformvorhaben ist am Wochenende zunächst ohne öffentlich bekannt gewordenes Ergebnis geblieben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas sowie CSU-Chef Markus Söder und andere Teilnehmende berieten ohne inhaltliche Stellungnahmen. Söder sprach am Sonntag nur allgemein von einem wichtigen Tag. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel griff Merz scharf an, bot ihm aber zugleich gemeinsame Beschlüsse im Bundestag an.

Spritkrise: BSW-Gründerin Wagenknecht fordert Ablösung von Reiche und Klingbeil

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat die Regierung scharf für ihr Krisenmanagement kritisiert und eine Ablösung von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) gefordert. Von beiden sei bislang "kein vernünftiger Vorschlag" gekommen, um die Spritpreise zu senken, sagte sie am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die Regierung sei in einem "erbärmlichen Zustand" und "nicht nur die Wirtschaftsministerin, sondern auch der Finanzminister müsste ausgetauscht werden".

"Milliardengrab E-Autos": Gewinn der größten 19 Autokonzerne 2025 stark geschrumpft

Der Bau von Elektroautos hat sich einer Studie zufolge für viele Autokonzerne weltweit zur "milliardenschweren Belastung" entwickelt. Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen summierten sich bei Unternehmen in Europa und in den USA auf fast 60 Milliarden Euro, wie eine Analyse der Wirtschaftsberatung EY ergab. Der Gesamtgewinn von 19 führenden Autokonzernen weltweit schrumpfte 2025 demnach um 59 Prozent.

Autoindustrie stellt sich in Koalitionsstreit hinter Wirtschaftsministerin Reiche

Im Koalitionsstreit um die Reformpolitik hat sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) hinter Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gestellt. "Bundeswirtschaftsministerin Reiche argumentiert zu Recht, dass Wachstum die Grundlage für unsere soziale Marktwirtschaft ist und dass dafür eine strukturelle Neuaufstellung notwendig ist - ohne weitere Belastungen des Haushalts", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller der "Bild am Sonntag".

Textgröße ändern: