Deutsche Tageszeitung - Betreiber: "Umfangreiche" Befüllung der Gasspeicher im kommenden Winter möglich

Betreiber: "Umfangreiche" Befüllung der Gasspeicher im kommenden Winter möglich


Betreiber: "Umfangreiche" Befüllung der Gasspeicher im kommenden Winter möglich
Betreiber: "Umfangreiche" Befüllung der Gasspeicher im kommenden Winter möglich / Foto: © AFP

Dank der gut gefüllten Gasspeicher in diesem Winter ist eine "umfangreiche" Befüllung nach Einschätzung der Speicherbetreiber auch im kommenden Winter möglich. Selbst bei einem vollständigen Ausfall russischer Gaslieferungen über Pipelines nach Europa und einem reduzierten Import von Flüssiggas (LNG) könnten die Speicher vor dem Winter 2023/2024 erneut zu 100 Prozent befüllt werden, teilte die Initiative Energien Speichern (Ines) am Dienstag mit.

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Die Gefahr eines Gasmangels in diesem Winter sehen die Betreiber bereits gebannt - selbst bei extrem niedrigen Temperaturen. "Grundlegend" für diesen positiven Ausblick seien die Verbrauchseinsparungen, lobte Ines. "Die Verbrauchseinsparungen sollten beibehalten werden."

Ende Dezember waren die Gasspeicher hierzulande zu 90 Prozent gefüllt, obwohl seit Mitte November die Ausspeicherungen regelmäßig die Einspeicherungen übertreffen. Die Ausspeicherungen seien aber "auf einem moderaten bis niedrigen Niveau", erklärte Ines.

Umfangreiche Ausspeicherungen erwartet die Initiative im Januar und Februar. Ab März gingen sie dann wahrscheinlich "deutlich" zurück, ab April könnten die Betreiber die Speicher wieder befüllen. Sie gehen davon aus, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden können: 40 Prozent Füllstand am 1. Februar, 85 Prozent am 1. Oktober und 95 Prozent am 1. November dieses Jahr.

Bei den Kosten dafür sieht Ines aber "Optimierungspotenzial". Die Ausschreibung von Gasoptionen biete Kostenvorteile gegenüber der direkten Befüllung durch den sogenannten Marktgebietsverantwortlichen. Das ist für ganz Deutschland der Zusammenschluss der Gasnetzbetreiber Trading Hub Europe (THE).

Das Unternehmen kaufte im Mai und im Juni in zwei Ausschreibungsrunden 84 Terawattstunden Gas für etwa zehn Euro pro Megawattstunde ein. Von Anfang Juni bis Anfang November kaufte THE ohne Ausschreibungen weiter Gas ein und speicherte laut Ines so 50 Terawattstunden ein. Der Preis werde auf 40 Euro pro Megawattstunde geschätzt.

Die Betreiber empfehlen daher regelmäßige Ausschreibungen für den Einkauf im Rahmen eines Auktionskalenders. Dies gewährleiste "ein gesichertes, aber zeitgleich kosteneffizientes Erreichen der Füllstandsvorgaben".

Ines ist ein Zusammenschluss von Betreibern von Gas- und Wasserstoffspeichern. Mit derzeit 14 Mitgliedern repräsentiert die Initiative über 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten.

(V.Sørensen--DTZ)

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