Deutsche Tageszeitung - Bauernverband rechnet für 2023 nicht mit sinkenden Lebensmittelpreisen

Bauernverband rechnet für 2023 nicht mit sinkenden Lebensmittelpreisen


Bauernverband rechnet für 2023 nicht mit sinkenden Lebensmittelpreisen
Bauernverband rechnet für 2023 nicht mit sinkenden Lebensmittelpreisen / Foto: © AFP/Archiv

Bauernpräsident Joachim Rukwied rechnet nicht damit, dass die derzeit hohen Lebensmittelpreise 2023 wieder sinken. "Ich sehe da kurzfristig kein Signal der Entspannung", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). Lebensmittel herzustellen sei "nach wie vor sehr teuer". "Daher gehe ich nicht davon aus, dass in diesem Jahr die Lebensmittelpreise im Supermarkt sinken", fügte Rukwied hinzu.

Textgröße ändern:

Nach Angaben des Präsidenten des Bauernverbands sind Düngemittel derzeit dreieinhalb Mal und Sprit doppelt so teuer wie vor Russlands Überfall auf die Ukraine. Entsprechend hoch seien auch die Produktionskosten. Die Landwirte seien auf die höheren Lebensmittelpreise im Supermarkt angewiesen, "um die nächste Ernte vorfinanzieren zu können".

Die hohen Energiepreise haben laut Rukwied auch Konsequenzen für das Angebot an Obst und Gemüse aus Deutschland. "Es bleiben manche Gewächshäuser leer, weil sich die Produktion aufgrund der exorbitant gestiegenen Energiekosten schlicht nicht mehr lohnt", sagte der Verbandschef der "NOZ". Das würden die Verbraucher mittelfristig auch im Supermarkt merken, "weil heimisches Obst und Gemüse fehlen".

Bei den Feldfrüchten sei zusätzlich die Erdbeer- und Spargelproduktion in Gefahr, warnte Rukwied. Der Mindestlohn von zwölf Euro mache den Anbau in Deutschland vielfach unwirtschaftlich. Im vergangenen Jahr hätten Supermärkte statt deutschem Spargel Ware aus Italien für drei Euro pro Kilogramm verkauft. "Für so einen Preis können sie bei uns nicht stechen", sagte Rukwied. Es bestehe "eine reelle Gefahr, dass in Deutschland die Spargel- und Erdbeerproduktion verschwindet".

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Ökonomen kritisieren Tankrabatt weiterhin scharf

Zum Start des Tankrabatts haben Ökonomen die Steuersenkung erneut scharf kritisiert. "Wie auch beim letzten Mal ist unklar, wie viel davon überhaupt an die Endverbraucher weitergegeben wird", sagte die Wirtschaftsweise Veronika Grimm der "Augsburger Allgemeinen" vom Donnerstag. Außerdem seien Kosten für das Entlastungspaket höher, als es auf den ersten Blick erscheine.

Produktion von Benzin und Diesel in Deutschland gestiegen - Einfuhr gesunken

Die Raffinerien in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Diesel und Benzin aus Rohöl hergestellt - die Einfuhren beider Kraftstoffe dagegen gingen zurück. Produziert wurden 15,8 Millionen Tonnen Diesel, das waren 9,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Die Produktionsmenge von Motorenbenzin stieg um 1,8 Prozent auf elf Millionen Tonnen.

Statistisches Bundesamt: Ländliche Gemeinden altern deutlich zügiger als Städte

Die Bevölkerung in den ländlichen Gemeinden in Deutschland altert stärker als jene in den Städten. Zwischen 2011 und 2025 erhöhte sich das Durchschnittsalter auf dem Land um zweieinhalb Jahre von 44,3 auf 46,8 Jahre, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. In den Großstädten nahm das Durchschnittsalter dagegen nur leicht um einen Wert von 0,3 Jahre auf 43,5 Jahre zu.

Frankreichs Regierung stellt Haushaltsentwurf vor

Die französische Regierung will am Donnerstag (ab 08.30 Uhr) ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorstellen. Dieser soll dann im Herbst in der Nationalversammlung debattiert werden. Parallel dazu könnte es zu Protesten in der Bevölkerung kommen. Premierminister Sébastien Lecornu hatte bereits Einsparungen in Höhe von 54 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Derzeit steht Frankreich finanziell so schlecht da wie lange nicht.

Textgröße ändern: