Deutsche Tageszeitung - Stiftung Warentest: Kaum noch kostenlose Girokonten erhältlich

Stiftung Warentest: Kaum noch kostenlose Girokonten erhältlich


Stiftung Warentest: Kaum noch kostenlose Girokonten erhältlich
Stiftung Warentest: Kaum noch kostenlose Girokonten erhältlich / Foto: © AFP

Verbraucherinnen und Verbraucher haben es laut Stiftung Warentest immer schwerer, Gratis-Girokonten zu finden. Nur noch neun von insgesamt 460 untersuchten Konten seien bedingungslos kostenlos, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Im vergangenen Jahr hatten die Experten noch zwölf kostenfreie Konten gezählt - und das, obwohl damals weniger Banken überprüft wurden. Die Ergebnisse veröffentlichte die Stiftung im Verbrauchermagazin "Finanztest".

Textgröße ändern:

Gratis sind Konten demnach häufig nur noch, "wenn Kundinnen und Kunden bestimmte Voraussetzungen erfüllten". Dazu gehören etwa der monatliche Geldeingang auf das Konto oder ein eingerichteter Sparplan. Für den Test untersuchte das Magazin nicht nur den Grundpreis der verschiedenen Konten, sondern auch die Kosten, die beispielsweise für Überweisungen, Daueraufträge oder die Girokarte anfallen.

"Der aktuelle Test offenbart auch eine Konstante: Teure Konten, die über 100 Euro im Jahr kosten, gibt es haufenweise", monierten die Tester. Für das teuerste Konto fielen fast 308 Euro pro Jahr an, bei einem Grundpreis von 7,90 Euro. Der Durchschnitt der untersuchten Modelle lag bei 117 Euro.

Für ein Girokonto inklusive Girocard und Onlinebuchungen sollte nach Ansicht der Tester allerdings niemand mehr als fünf Euro im Monat oder 60 Euro im Jahr bezahlen. Der Preis sei akzeptabel, wenn die Bank dafür Buchungen abwickelt, Geldautomaten bereitstellt und sichere Technik für das Onlinebanking anbietet. Unter der 60-Euro-Marke blieben im aktuellen Test 74 Kontomodelle, im Vorjahr waren es noch 79.

Wer deutlich mehr bezahle, solle über einen Wechsel zu einem anderen Girokonto nachdenken und dabei zunächst die eigene Bank nach günstigeren Konditionen fragen, empfahlen die Tester. Wenn das zu keiner Ersparnis führe, helfe ein Kontowechsel. Finanztest rät, das alte und das neue Girokonto rund drei Monate lang parallel laufen zu lassen, bis alle Zahlungspartner die neue Kontoverbindung bestätigt haben.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Warken legt Pflegereform vor - Kritik an Belastung von Betroffenen und Angehörigen

Einsparungen bei Heimkosten, eine höhere Belastung von Gutverdienern und strengere Maßstäbe bei der Pflegebedürftigkeit - mit einem drastischen Sparpaket will Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) laut ihrem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Gesetzentwurf die Finanzprobleme in der Pflegeversicherung in den Griff bekommen. Bei Sozialverbänden und Gewerkschaften stößt das Vorhaben auf scharfe Kritik. Sie prangern insbesondere eine einseitige Belastung von Pflegebedürftigen und Angehörigen an.

Vollsperrung der Bonner Autobahnbrücke Bonn: Schnieder kündigt rasche Prüfung an

Nach der Vollsperrung der Autobahnbrücke über den Rhein in Bonn hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) eine rasche Prüfung angekündigt. Er werde einen Lenkungskreis einberufen und alle Beteiligten an einen Tisch holen, "damit wir ohne Zeitverzug zur best- und schnellstmöglichen Lösung kommen", erklärte Schnieder am Donnerstag. Die Bonner Nordbrücke sei eine "Lebensader für die gesamte Region".

Kreml: Europa braucht wegen Iran-Krieg russisches Öl und Gas zum "Überleben"

Europa braucht nach Darstellung des Kremls angesichts gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Kriegs russisches Gas und Erdöl für sein "Überleben". Die Welt stehe am Rande einer "sehr schweren Energiekrise", sagte der Wirtschaftsbeauftragte des Kremls, Kirill Dmitrijew, am Donnerstag in St. Petersburg. Europa solle daher "Varianten der Partnerschaft mit Russland finden". Russisches Öl und Gas seien für Europa "unverzichtbar", sagte Dmitrijew.

OECD: Subventionen "unterminieren" fairen Wettbewerb im Stahlsektor

Der Stahlsektor bleibt in der Krise: Weltweit steigen die Überkapazitäten, weil die Nachfrage wegen des Iran-Kriegs sinkt und vor allem China den Markt mit stark subventioniertem Stahl flutet. Diese Subventionen "unterminieren" zunehmend den fairen Wettbewerb, wie die Organisation für Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in ihrem jährlichen Stahlausblick kritisierte. Die steigenden Energiekosten sorgten für weitere Belastungen.

Textgröße ändern: