Deutsche Tageszeitung - Arbeitsmarktforscher: Jobchancen von Arbeitslosen verbessern sich nicht

Arbeitsmarktforscher: Jobchancen von Arbeitslosen verbessern sich nicht


Arbeitsmarktforscher: Jobchancen von Arbeitslosen verbessern sich nicht
Arbeitsmarktforscher: Jobchancen von Arbeitslosen verbessern sich nicht / Foto: © AFP/Archiv

Die Chancen von Arbeitslosen auf neue Jobs haben sich seit der Pandemie nicht wieder nachhaltig erholt. Entsprechend liegt die Langzeitarbeitslosigkeit deutlich über dem Vor-Corona-Niveau, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Mittwoch mitteilte. Das Institut sieht trotz des hohen Arbeitskräftebedarfs "Verfestigungstendenzen".

Textgröße ändern:

Einfluss auf den Arbeitsmarkt hat laut der am Mittwoch veröffentlichten Frühjahrsprognose des IAB die anhaltenden Schwächephase der Wirtschaft. Im Jahresverlauf 2024 geht das Institut daher von einer Steigerung der Arbeitslosenzahl um 120.000 Menschen aus. Damit läge sie bei 2,73 Millionen. Gleichzeitig dürfte aber auch die Zahl der Erwerbstätigen um 190.000 auf dann 46,12 Millionen ansteigen. Das Erwerbspersonenpotenzial würde damit im Jahr 2024 erneut wachsen.

Konjunkturell sieht das IAB nur eine leichte Verbesserung: "Das Bruttoinlandsprodukt wird im Gesamtjahr 2024 um lediglich 0,1 Prozent wachsen", erklärten die Forschenden. Demnach seien die Aussichten zu Jahresbeginn noch getrübt, dürften sich den Angaben nach im Laufe des Jahres aber erholen.

Die Konjunkturforscher der Hans-Böckler-Stiftung erwarten derweil eine schrumpfende Wirtschaft in diesem Jahr. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erwartet ein sinkendes Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,3 Prozent, wie es am Mittwoch erklärte. 2025 dürfte die Wirtschaft den Angaben nach dann wieder leicht um 0,8 Prozent zulegen.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

Textgröße ändern: