Deutsche Tageszeitung - Regierung will Unternehmen bei Berichten zur Nachhaltigkeit entlasten

Regierung will Unternehmen bei Berichten zur Nachhaltigkeit entlasten


Regierung will Unternehmen bei Berichten zur Nachhaltigkeit entlasten
Regierung will Unternehmen bei Berichten zur Nachhaltigkeit entlasten / Foto: © AFP

Unternehmen in Deutschland sollen bei der Erstellung ihrer Berichte zur Nachhaltigkeit entlastet werden: Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt die Weiterentwicklung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) mit 19,25 Millionen Euro, wie es am Dienstag in Berlin mitteilte. Die Regierung reagiert damit auf die Ausweitung der EU-weiten Berichtspflichten - ab 2025 werden schrittweise etwa 13.000 Unternehmen in Deutschland auskunftspflichtig.

Textgröße ändern:

Börsennotierte Unternehmen von öffentlichem Interesse in der Europäischen Union müssen bereits seit 2014 über ihre Nachhaltigkeit Bericht erstatten. In Deutschland betrifft das laut Ministerium derzeit etwa 550 Unternehmen.

Diese Berichtspflicht wird infolge der sogenannten CSR-Richtlinie der EU in den kommenden Jahren deutlich ausgeweitet. Immer mehr Firmen müssen dann darüber informieren, wie sich ihre Geschäftsstrategie mit der Nachhaltigkeit verträgt und wie sich welche Maßnahmen auf Mensch und Umwelt auswirken.

Der überarbeitete Kodex werde den Unternehmen helfen, die neuen gesetzlichen Anforderungen zur Berichterstattung über Nachhaltigkeit und Sorgfaltspflichten zu erfüllen, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Michael Kellner (Grüne). Es soll verhindert werden, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen Berichte doppelt oder nur mit sehr großem Aufwand erstellen. Dafür ist in dem Kodex kostenlose und praxisnahe Unterstützung geplant, beispielsweise durch eine Webplattform, Schulungen und Leitfäden.

"Die Unternehmen müssen ihren Vertragspartnern und Banken alle notwendigen Nachhaltigkeitsdaten in einheitlicher Form liefern können", erläuterte Kellner. Wichtig sei das auch für Unternehmen, die nicht selber berichtspflichtig sind, aber beispielsweise größere Unternehmen beliefern. Diese müssten Informationen über ihre gesamte Lieferkette einholen.

Der bisherige Deutsche Nachhaltigkeitskodex wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) 2011 entwickelt. Dieser soll nun auch die Weiterentwicklung begleiten.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

IG Metall fordert Unterstützung für kriselnde Autoindustrie - Kritik auch an Konzernen

Die IG Metall hat an ihrem Automobil-Aktionstag neben Forderungen an die Unternehmen auch die Politik in die Pflicht genommen. Die Gewerkschaft kritisierte am Montag "mangelhafte industriepolitische Rahmenbedingungen" für die Autohersteller auf deutscher und europäischer Ebene. IG-Metall-Chefin Christiane Benner forderte bei einem Auftritt am Stammwerk von Volkswagen in Wolfsburg einen besseren Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China und eine wirksamere Subventionspolitik der EU.

Textgröße ändern: